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17 Uhr: Das Gespenst
06_gespenstSechstes Monster: Das Gespenst

Sie gibt es in mindestens ebenso vielen, wenn nicht mehr Varianten wie die Hexe: Geister, Gespenster, spukende Schatten. Die Vorstellung einer Geisterwelt findet sich in den verschiedensten Kulturen und durch alle Zeiten hindurch. Als Gespenster im engeren Sinne versteht man Verstorbene, die aus irgendeinem Grund nicht vom irdischen Dasein lassen können. Vielleicht müssen sie zunächst ihre weltlichen Sünden abbüßen, vielleicht wurden sie aus dem Leben gerissen, ohne alle ihre Angelegenheiten geordnet zu haben, oder ein Groll gegen jemanden hält sie fest. Die Lebenden versuchen oft, die Geister entweder zu besänftigen oder mit Ritualen zu bannen.

Zu den eleganteren Formen eines Gespensts gehört die Weiße Frau. Geschichten um adelige Frauen, meist die Ahnherrin oder die letzte Vertreterin eines Geschlechts, die in Schlössern, Burgen und Herrenhäusern umgehen, gibt es mindestens seit dem 15. Jahrhundert. Ihre Hochzeit hatte der Glaube an die Weiße Frau im 17. Jahrhundert. Diese Spukgestalt ist typisch für die hochadelige Kultur zu Beginn der Neuzeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Gespenstern meint es eine Weiße Frau in der Regel gut mit denjenigen, denen sie erscheint, und weist auf bevorstehende wichtige Ereignisse hin. Kunigunde von Orlamünde soll der Sage nach beispielsweise auf der Plassenburg ob Kulmbach umgehen. Ihr Erscheinen soll vor Todesfällen oder anderen schweren Unglückfällen im Geschlecht der Hohenzollern warnen. Es gibt aber auch Berichte über böswillige Exemplare. Das Beispiel von Mary Bragg aus dem britischen Muncaster Castle zeigt gleichzeitig, wie unterschiedlich sich die Legenden ein und desselben Gespenstes entwickeln können. In manchen Berichten wird Mary Bragg als vulgäre junge Frau geschildert, die von bei einem ursprünglich als Scherz gemeinten Entführungsversuch von betrunkenen jungen Leuten aufgeknüpft wurde. Seither gehe ihr rachsüchtiger Geist um. Andere erzählen, dass eine Rivalin um die Hand eines jungen Manns Mary verschleppen und ermorden ließ.

Eine Weiße Frau, die allerdings sehr wohl noch am Leben ist, spielt auch eine zentrale Rolle in dem Buch, den wir Euch an dieser Stelle vorstellen wollen: "Die Frau in Weiß" von Wilkie Collins. Der 1860 erschienene Roman ist gilt als erste "mystery novel" überhaupt. Der Kunstlehrer Walter soll zwei Halbschwestern in Cumberland unterrichten. Noch am Vorabend seiner Abreise jedoch spricht ihn eine weißgekleidete junge Frau an und bittet ihn um Hilfe. Bevor er ihren Namen erfahren kann, ist sie wieder verschwunden. Bei seinen neuen Schülerinnen angekommen, stellt Walter fest, dass eine von ihnen, Laura, der geheimnisvollen Fremden sehr ähnlich sieht. Schnell hat sich der neue Lehrer in Laura verliebt, und die scheint seine Gefühle zu erwidern. Aber sie ist bereits mit Sir Percival verlobt. Es sind keine Gründe gegen diese Verbindung bekannt, also stellt Walter ganz Gentleman seine Gefühle hinten an und flüchtet sich in eine Expedition nach Honduras. Jedoch taucht die Weiße Frau wieder auf und warnt Laura in einem Brief vor ihrem Zukünftigen.

Nach der Hochzeit entpuppt sich dieser auch als brutaler Tyrann, der nur an Lauras Vermögen interessiert ist. Der zurückgekehrte Walter und Lauras Halbschwester Marian versuchen mit allen Mitteln, die unglückliche junge Frau zu retten. Und auch die Frau in Weiß unterstützt sie. Angeblich kennt sie ein Geheimnis, das Sir Percival in den Untergang stürzen könnte...

06_gespenst_die_frau_in_wei__coverWilkie Collins
Die Frau in Weiß
656 Seiten
ISBN 978-3423139410
9,90 €

Abbildung unter Verwendung eines Bildes © Hartmuth Bendig / pixelio.de.


Special vom: 31.10.2011
Autor dieses Specials: Henning Kockerbeck
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
12 Uhr: Der Tod
13 Uhr: Der Versehrte
14 Uhr: Das verfluchte Haus
15 Uhr: Der verrückte Wissenschaftler
16 Uhr: Die Hexe
18 Uhr: Der Teufel
19 Uhr: Die Mumie
20 Uhr: Der Werwolf
21 Uhr: Frankensteins Kreatur
22 Uhr: Der Vampir
23 Uhr: Der Zombie
Mitternacht: Jack O'Lantern
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