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Der Codex

Story:
Maxwell Broadbent ist ein verschrobener alter Mann, wie er im Buche steht. Er hat eine gewaltige Sammlung aus Kunstgegenständen aufgebaut, die ca. eine halbe Milliarde Dollar wert ist und die er nun im Süden Amerikas in sein eigenes Grab nehmen will. Er will seine drei Söhne, die seiner Meinung nach nicht das Richtige aus ihrem Leben gemacht haben, dazu zwingen sich ihr Erbe zu verdienen. Sie sollen das Grab finden und wie einst er in seinen jungen Jahren, plündern. Dafür sollen sie zusammenarbeiten. Doch stattdessen versucht es jeder auf eigene Faust und begibt sich dadurch in zusätzliche Gefahren. Und dann ist da auch noch das Geheimnis rund um den Codex, ein Rezeptbuch mit tausenden medizinischen Anleitungen aus der Maya-Zeit…

Meinung:
Preston tritt normalerweise im Duo mit Lincoln Child auf und hat schon zahlreiche Bestseller veröffentlicht, die immer für Hochspannung standen. In dieser Tradition steht auch „Der Codex“. Auf fast 500 Seiten schickt Douglas Preston seine Leser auf eine Achterbahn der Gefühle und der Spannung und das fängt bereits auf den ersten Seiten an. Auch wenn der Leser den Klappentext gelesen hat, wird er sich doch erst einmal durch ein geschicktes Timing fragen, was mit dem Vermögen des Maxwell Broadbent geschehen sein mag, glänzt doch dessen Villa durch die Abwesenheit aller Kunstwerke. Ab diesem Zeitpunkt ist es schier unmöglich den Roman aus den Händen zu legen. Auf kongeniale Art und Weise beschreibt Preston, wie die Brüder sich zunächst auftrennen und dann im Dschungel wieder finden.

Preston hat aber nicht nur einen Kriminal- und Abenteuerroman geschrieben, er schafft es nebenher auch noch die psychologischen Auswirkungen auf die Brüder und deren Begleiter zu erforschen. Wer genauer hinschaut, wird auch noch eine Neuerzählung von „Wizard Of Oz“ zwischen den Zeilen erkennen, denn die Brüder entdecken ihren Verstand, ihren Mut und ihr Herz, etwas das ihnen durch die Beziehung zu ihrem Vater verloren gegangen war. Preston beweist durch diese Hommage, wie sehr er andere Autoren schätzt und wie leicht es ihm insgesamt fällt, eine solche Hommage zu schreiben – übrigens eine der schwierigsten Aufgaben, die man sich als Autor überhaupt vornehmen kann. Denn freilich soll die Hommage dem Leser nicht direkt ins Auge springen, sondern ihm nur zwischen den Zeilen erkennbar sein. Noch schwieriger ist dabei die Auswahl des Stoffes, denn freilich soll der Basisstoff auch noch international bekannt sein, sonst macht es ja nur wenig Sinn.

„Der Codex“ ist der erste Soloroman von Douglas Preston, der bis 1995 Sachbücher zu wissenschaftlichen Themen veröffentlichte und viele Jahre im Naturhistorischen Museum von New York arbeitete. Daher wohl auch seine Faszination für Stoffe, die in der Geschichte und der Natur verankert sind, was auch bei diesem Roman der Fall ist. Seine Beschreibung von Honduras und der historischen Städte der Mayas ist sehr exakt ausgeführt und vermag den Leser geradezu in diese Welt hineinzuziehen. Noch viel faszinierender ist aber seine Beschreibung der Urwälder Honduras, die er so lebensnah beschreibt, dass der Leser fast schon die unerträgliche Hitze, die Insekten und die Gefahren am eigenen Leib zu ertragen meint. Das schaffen nur wenige Autoren.

Ein wenig den Realismus trübt sicher die Tatsache, dass Preston die Erklärung schuldig bleibt, wie Maxwell Broadbent es nun eigentlich fertig bekommt all diese Kisten mit seinen Reichtümern an den eigentlichen Ort seiner Begierde zu bringen. Dazu hätte er sicher viele Menschen benötigt, aber von denen ist schlussendlich nicht mehr die Rede. Diesen Manko versteht er aber geschickt zu überspielen. Preston bleibt insgesamt bei diesem Abenteuer bodenständiger und mehr der Realität verbunden, als dies in seinen bisherigen Romanen, die in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Lektor Lincoln Child entstanden sind, der Fall war. Die Geschichte könnte – und da ist sich der Leser immer sicher – so auch wirklich stattgefunden haben und verändert auch nichts im Gefüge der Realität.

Preston bringt noch ein weiteres Kunststück neben einer realistischen Geschichte fertig: Seine Charaktere wirken überaus lebendig, sind keine gestelzten und scheinbar mühselig ausgedachten Personen, sondern wie aus dem Leben gegriffene Menschen, mit den ihnen eigenen Fehlern und Problemen. Das ist auch eher außergewöhnlich im Genre der Abenteuergeschichten.

Fazit:
„Der Codex“ ist ein gelungener Abenteuerroman mit ausgezeichnetem Timing, viel Spannung und einem schlüssigen Ende. Preston bleibt dabei etwas bodenständiger als bei einigen seiner Romanen, die er mit Lincoln Child zusammen geschrieben hat.

Der Codex - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Douglas Preston
Der Codex
The Codex

Übersetzer: Roland M. Hahn
Erscheinungsjahr: 2006



Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Verlag:
Knaur

Preis:
€ 8,95

ISBN:
978-3-426-62806-5

480 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Ausgezeichnetes Timing
  • Viel Spannung
  • Schlüssiges Ende
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 19.09.2006
Kategorie: Thriller
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