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Die stumme Bruderschaft

Story:
Turin in der heutigen Zeit. Ein Brandanschlag auf dem Dom von Turin wird verübt und es wird eine Leiche eines Mannes gefunden, der keine Zunge mehr hatte. Kommissar Marco Valoni, der in dem Fall ermittelt steht vor einem Rätsel.
Palästina vor 2.000 Jahren. Jesus von Nazareth wird hingerichtet und in ein Grabtuch gelegt. Das Grabtuch beginnt seine oft abenteuerliche Reise durch die Zeit.
In der Gegenwart stößt Marco Valoni mit seinem Team auf immer mehr Hinweise, die sie auf die Spur von zwei rivalisierenden Bruderschaften führen. Zwei Bruderschaften, die sich seit Jahrhunderten einen Kampf um das Grabtuch Christi liefern.


Meinung:
Geschichten über Templer sind derzeit hoch im Kurs. Da gräbt sich Nicolas Cage durch das Vermächtnis der Tempelritter. Oder manch deutsche Schauspieler durch mehr schlechte als rechte Drehbücher. Julia Navarros Roman Die stumme Bruderschaft steht also in einer langen Tradition von Geschichten über die Ritter, die zwar angeblich vor über 700 Jahren ausgerottet wurden, aber genauso angeblich immernoch im Untergrund aktiv sind. Eine neue Idee ist das wahrlich nicht. Um einen solchen Thriller interessant zu machen braucht es da schon erheblich mehr.

Nun ist der deutsche Titel "Die stumme Bruderschaft" durchaus dem Inhalt entsprechend, denn Navarro läßt den Leser nicht nur mit den Templern Bekanntschaft schließen, sondern auch mit einer noch älteren Bruderschaft aus der Türkei, die danach trachtet das Turiner Grabtuch zu stehlen. Aber der spanische Originaltitel "La Hermandad de la Sábana Santa" verrät viel mehr, um was es wirklich geht. Das Grabtuch Christi aus Turin steht im Mittelpunkt des Buches. Und das sowohl in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart. Navarro führt den Leser zurück zu den Ursprüngen des Tuches - das laut C14-Analyse eigentlich aus dem 14. Jahrhundert stammen soll - und beginnt vor dem Tode von Jesus Christus. Sie wechselt dabei zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. In der Gegenwart ist der Roman weniger ein Historenroman, denn ein Kriminalfall oder besser ein Thriller. Und das ist dann auch das größte Problem dieses Buches. Denn Navarro hat sichtlich Probleme sich für ein bestimmtes Genre zu unterscheiden. Besonders einige der Abstecher in die Vergangenheit sind sehr langatmig geraten und versperren die Sicht auf den eigentlichen Kriminalfall. Vieles aus den Erzählungen aus der Vergangenheit wird sogar noch einmal in Kurzform in der Gegenwart wiederholt, so daß sich recht schnell eine gewisse Müdigkeit beim Leser einstellt. Natürlich ist das Konzept an sich interessant und wenn ein roter Faden von 20 n.Chr. bis in die Gegenwart geführt wird, ist dies durchaus innovativ zu nennen. Aber der rote Faden gerät einfach zu lang und droht dadurch den Leser bis zur Langeweile einzuwickeln.

Das Ende des Buches hingegen wirkt geradezu kurzatmig und hinterläßt den Eindruck, daß Navarro jetzt einfach mit der Geschichte fertig werden wollte. Sie verwirklich dabei einige interessante Ideen, die erklären sollen, warum die Öffentlichkeit letztlich doch nichts von der Verschwörung im Hintergrund mitbekommt. Diese Ideen bergen aber ein großes Problem in sich: Wenn es dann doch so einfach war dies alles weiter geheim zu halten, warum mußten dann so viele Menschen sterben? Wäre das nicht "billiger" gegangen? Es bleibt der Eindruck einer Inkonsistenz zwischen Ende und Mitte des Buches zurück. Und das ist letztendlich sehr schade. Ein konsequenteres Ende wäre vermutlich angebrachter gewesen.

Insgesamt wirkt das Timing der einzelnen Passagen nicht ausgereift genug. Ein recht zügiger Beginn paart sich mit einem langen Mittelteil und einem hastigen Ende. Hier hätte Navarro eine bessere Einteilung finden können. Insgesamt ist dies zwar immernoch ein sehr guter Roman, da er einige interessante Ideen und eine sehr schöne Erzählung zur Herkunft des Grabtuchs Christi zu einer guten Geschichte verbindet. Es sind aber auch einige Schwächen enthalten, die es dem Leser letztendlich etwas mühsam machen sich durch den Roman durchzuarbeiten.

Fazit:
Zweifelsohne ist Die stumme Bruderschaft ein sehr gutes Debüt für Julia Navarro aus Spanien. Doch ob sie Dan Brown als Meister der Romane ablösen kann, die ihre Geschichte über Jahrhunderte erstrecken, das bleibt dahingestellt. Das Timing zwischen den einzelnen Teilen des Buches ist nicht ausgereift genug, um einen erstklassigen Roman daraus zu machen.


Die stumme Bruderschaft - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Julia Navarro
Die stumme Bruderschaft
La Hermandad de la Sábana Santa

Übersetzer: Sabine Giersberg
Erscheinungsjahr: 2005



Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Verlag:
Limes

Preis:
€ 19,90

ISBN:
3-80902-499-6

416 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Eine sehr gute Kombination aus Tatsachen und Fiktion
  • Eine herausragende Beschreibung der Vergangenheit
Negativ aufgefallen
  • Leider geht durch die Rückblicke immer wieder die Verbindung in der Gegenwart verloren
Die Bewertung unserer Leser für dieses Book
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 17.12.2005
Kategorie: Thriller
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