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Kleiner Tom, was nun?

Story:

Das Leben des elf Jahre alten Toms ist alles andere als einfach. Seine Mutter, die 23jährige Joss geht gerne aus und über seinen Vater weiß er nichts. Sein Leben ändert sich jedoch, als er eines Tages die 93jährige Madeleine trifft. Von da an hat er ein Ziel, nämlich sich um diese alte Dame zu kümmern.



Meinung:

Alt und jung treffen zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Kennt man diesen Plot nicht schon? Tatsächlich trifft man diese Idee in unterschiedlichen Variationen sowohl im Film (Harold und Maude) als auch im Buch (Das Labyrinth der Wörter) an. Nun verwendet also die Autorin Barbara Constantine diese Handlung als Grundlage für "Kleiner Tom, was nun?".

Die Schriftstellerin lebt in der Nähe von Paris, wo sie Romane und Drehbücher schreibt, und außerdem auch noch töpfert. Aber sie versucht regelmäßig nach Berry zu fahren und dort unter anderem Bäume zu pflanzen. Durchs Leben wird sie von zwei Katzen begleitet, die von unterschiedlichem Temperament sind.

Tom ist elf Jahre alt und übernimmt schon viel Verantwortung. Seine Mutter, die 24jährige Joss geht nämlich abends gerne aus oder fährt mit Freunden weg. Dann muss er für sich alleine sorgen. Um zu überleben betätigt er sich als Dieb. Dort rupft er eine Karotte aus der Erde, hier buddelt er eine Kartoffel aus. Doch bemüht er sich, seine Taten so gut es geht zu verstecken. Er steckt die Pflanzen zurück in den Boden und deckt seine Löcher wieder zu. Sein Leben ändert sich, als er eines Tages auf die 93jährige Madeleine trifft.

Sie liegt zwischen ihren Kohlköpfen und weint, weil sie sich nicht mehr bewegen kann. Tom ruft die Feuerwehr, die die alte Dame ins Krankenhaus bringt. Doch hat sie zwei Tiere, eine Katze und einen Hund, beide betagt. Zu ihrer Beruhigung kümmert sich der Junge um die beiden. Und schon bald kann sie wieder nach Hause zurück, wo sie von Tom so gut es geht unterstützt wird. Beide verbringen sie wunderbare Tage miteinander und schon bald wird sie für den kleinen Jungen zu einer Art Ersatzmutter.

"Kleiner Tom, was nun?" ist ein Roman, an dem sich die Geister scheiden werden. Für die einen wird das Buch zu ruhig sein, für die anderen ist es perfekte Unterhaltung. Beide Seiten dürften auf jeden Fall in einem Fakt übereinstimmen: Die Charakterarbeit der Autorin geriet hervorragend.

Das merkt man besonders an ihrer Hauptfigur. Der Titelprotagonist ist ein Junge, den man schnell ins Herz schließt. Und mit dem man Mitleid hat, da er, noch ein halbes Kind, seine Kindheit nicht genießen kann. Er wird praktisch gezwungen, schnell erwachsen zu werden, um seine durch Abwesenheit glänzende Mutter zu ersetzen.

Die Rollenverhältnisse sind sogar schon fast umgekehrt, was man beispielsweise daran merkt, dass er sich über die Rechtschreibfehler, die seine Mama in ihren Nachrichten produziert, aufregt. Eine Situation, die schon fast komisch wirkt. Und beileibe nicht die einzige Gelegenheit, wo man ein Schmunzeln nicht unterdrücken kann.

Da ist beispielsweise auch das Benachbarte Ehepaar, welches durch merkwürdige Angewohnheiten auffällt. Sie siezen sich gegenseitig, was jedoch kein Ausdruck einer kühlen Beziehung ist. Außerdem genießen sie die Taten von Tom und ignorieren es bewusst, wenn er zu deutliche Spuren hinterlässt. Für sie lockert es ihr tägliches Leben auf dem Lande auf.

Doch gibt es auch genügend Momente, in denen Belustigung fehl am Platze ist. Das liegt hauptsächlich an Madeleine, die zwar für ihre 93 Lebensjahre immer noch sehr aufgeweckt ist. Aber andererseits strahlt sie auch eine gewisse Traurigkeit aus, deren Ursache erst später im Band erklärt wird. Sie ist der Gegenpol zu Tom und den Nachbarn.

Es fehlt einem außerdem schwer, eine Beziehung zu Joss aufzubauen. Die Autorin stellt sie als sehr lebenshungrig dar. Sie hat zwar einige Ziele, so möchte sie ihr Abi nachholen und ihre Riesen-Brüste verkleinern, doch hauptsächlich wirkt sie sprunghaft und Instinkt getrieben. Sie wechselt ihre Freunde wie andere Leute ihre Unterwäsche und fährt schon mal spontan mit Bekannten an die See. Sie liebt ihren Sohn zwar, doch macht sich dies nicht sehr bemerkbar. Über weite Strecken des Romans wirkt sie wie ein Unsympath, etwas, was Frau Constantine erst im letzten Viertel von "Kleiner Tom, was nun?" ändert. Doch ist dies für diese Figur schon zu spät und wirkt auch eher halbherzig.

Das Buch liest sich unaufgeregt. Es plätschert vor sich hin und ist ziemlich höhepunktearm. Für manche Leser mag dies perfekt geeignet sein, können sie doch so umso mehr die hervorragende Charakterarbeit genießen. Doch für andere ist dies zu langweilig. Es fehlt einfach ein durchgehender Spannungsaufbau, der einen dazu bringt, voller Freude weiterzublättern.

Dennoch, für ein "Reinschauen" reicht es aus.



Fazit:

Barbara Constantines "Kleiner Tom, was nun?" ist ein sehr ruhiger Roman. Die Handlung schreitet gemächlich voran, so dass man die hervorragende Charakterarbeit der Autorin genießen kann. Vor allem Tom hat es einem angetan. Ein 11jähriger, der im Prinzip keine Kindheit hat. Er wächst einem vor allem durch seine Taten ans Herz. Leider wirkt seine Mutter unsympathisch und es fehlen echte Höhepunkte. Trotzdem sollte man einen Blick hineinwerfen.



Kleiner Tom, was nun? - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Barbara Constantine
Kleiner Tom, was nun?
Tom, petit Tom, tout petit homme Tom

Übersetzer: Susanne Van Volxem
Erscheinungsjahr: 20. Februar 2012



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Blanvalet

Preis:
€ 8,99

ISBN:
978-3-442-37710-7

256 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Hervorrangde Charakterarbeit
  • Gelungene Mischung aus Komik und Tragik
Negativ aufgefallen
  • Joss missfällt
  • Höhepunktearm
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Rezension vom: 24.03.2012
Kategorie: Allgemeine Belletristik
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