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Sir John und Bruder Athelstan 05: Tod auf der Themse

Story:
Einige Monate nachdem sie die Morde im Londoner Rathaus aufgeklärt haben, werden Sir John Cranston und Bruder Athelstan zu einem weiteren geheimnisvollen Vorfall gerufen. Ein Kriegsschiff wird verlassen aufgefunden. Was ist mit der Besatzung passiert, die mitten im umtriebigen Hafen offenbar spurlos verschwunden ist? Gleichzeitig flüchtet sich ein junger Mann in Athelstans Gemeinde ins Kirchenasyl, und ein Einbrecher räumt gleich reihenweise die Häuser reicher Kaufleute aus. Der Coroner der Stadt London und sein Schreiber haben wieder einige harte Nüsse zu knacken.

Meinung:
Stand im vorherigen Band der Reihe das englische Volk noch kurz vor einem Aufstand, kommt die Bedrohung diesmal gewissermaßen von außen: Die Franzosen, gegen die England nach wie vor Krieg führt, überfallen mit ihren Kriegsschiffen englische Schiffe und Küstengebiete. Das zahlt ihnen England mit gleicher Münze heim. Einige dieser Kaperfahrer im Auftrag der Krone sind gerade wieder heimgekehrt und liegen im Hafen von London vor Anker. Die meisten Seeleute erfreuen sich am lange ersehnten Landurlaub, unter anderem auf der God's Bright Light tut nur noch eine Rumpfbesatzung dient. Aber am nächsten Morgen ist die wie vom Erdboden verschluckt.

Haben französische Agenten in England ihre Finger im Spiel? Jedenfalls hat die britische Krone offenbar höchstes Interesse daran, dass die Angelegenheit schnellstens aufgeklärt wird. In die Kirche von St. Erconwald, wo Bruder Athelstan Pfarrer ist, flüchtet sich in der gleichen Zeit ein junger Mann ins Kirchasyl. Man wirft ihm vor, er habe seinen Dienstherren ermordet – und der ist kein anderer als der Kaufmann, der die Kaperfahrt der God's Bright Light finanziert hat. Sir John bekommt währenddessen vermehrt Druck "von oben", weil er einen Einbrecher nicht fassen kann. Der schleicht sich, ohne Spuren zu hinterlassen, in die Häuser reicher Londoner und verschwindet mit seiner Beute, ohne dass die Menschen im Haus etwas davon mitbekommen.

Paul Harding, hinter dem sich der Historiker Paul C. Doherty verbirgt, bleibt sich in den Abenteuern von Bruder Athelstan und Sir John also treu: Das ungleiche Ermittlerduo muss gleich mehrere Fälle parallel lösen. Bei den meisten davon gilt es vor der Frage, wer es war, erst einmal zu klären, wie das Verbrechen überhaupt begangen werden könnte. Der Autor präsentiert seinen Lesern gewissermaßen in jedem Roman mehrere Varianten des altbekannten Mords im verschlossenen Raum.

Und auch in "Tod auf der Themse" kann die Auflösung, die am Ende präsentiert wird, überzeugen. Harding hat sich Erklärungen einfallen lassen, die einerseits ungewöhnlich genug sind, um den Leser zu beeindrucken, andererseits aber nicht so komplex, dass sie völlig unrealistisch wirken würden.

Gute Voraussetzungen also, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Aber irgendwie will der Roman nicht so recht in die Puschen kommen. Es ist schwer, den Finger auf die Ursache zu legen. Vielleicht hapert es an der Spannung, weil nicht wie in den vorherigen Bänden Sir John, Bruder Athelstan oder gleich beide persönlich in den Fall involviert sind? Man könnte sagen, hier machen beide "nur" ihren Job.

Die restlichen Voraussetzungen sind gut, um einen historischen Krimi in gewohnter Qualität abzuliefern. Harding arbeitet die Charaktere gut aus, und es gibt ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Die Zankereien beispielsweise, die in Athelstans Gemeinde ausbrechen, als es um die Verteilung der Rollen bei einem Mysterienspiel geht, dürften vielen Lesern die Lachtränen in die Augen treiben. Die Geschichte um den jungen Mann, der vor einem Mordvorwurf in den Schutz des Altars flüchtet, wird erfahrene Fans des Genres an die Cadfael-Romane von Ellis Peters erinnern. Paul Hardings London ist allerdings deutlich schmutziger, dreckiger (nicht äußerlich) als Peters' Shrewsbury es wohl je geworden wäre. Der Hintergrund, den Sir John und Bruder Athelstan hinter dem Tod von Henry Ospring enthüllen, ist ein deutliches Beispiel dafür, ein anderes ist die Gestalt der Kurtisane Bernicia.

Die historische Einbettung ist, das ist bei Paul Harding fast schon selbstverständlich, gut gelungen. Den französischen Piratenkapitän (der auch mal im Salär Englands stand), in dessen Angriff auf die Themsemündung Cranston und Athelstan hautnah hineingeraten, gab es beispielsweise tatsächlich.

Insgesamt ist "Tod auf Themse" einer der schwächeren Romane um Sir John Cranston und Bruder Athelstan. Das ist aber Jammern auf relativ hohem Niveau, für einen guten Kriminalfall und ein pralles Sittengemälde aus dem mittelalterlichen London reicht es allemal.

Fazit:
Ein historischer Kriminalroman, der zwar alle nötigen Zutaten mitbringt, aber trotzdem irgendwie nicht recht zu zünden vermag. Ein guter Kriminalfall und ein pralles Sittengemälde aus dem mittelalterlichen London bekommt man trotzdem.

Sir John und Bruder Athelstan 05: Tod auf der Themse - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Paul Harding
Sir John und Bruder Athelstan 05: Tod auf der Themse
By Murder's Bright Light

Übersetzer: Rainer Schmidt
Erscheinungsjahr: 1998



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Knaur

ISBN:
3-426-63077-X

268 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Die historische Einbettung stimmt wie gewohnt
  • Ein gelungenes Wiedersehen mit alten Bekannten
  • Die Lösung der geheimnisvollen Verbrechen funktioniert
Negativ aufgefallen
  • ... aber irgendwie springt der Funke nicht recht über
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Rezension vom: 22.10.2012
Kategorie: Historisches
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