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Hello Kitty muss sterben

Story:

Fiona Yu hat eigentlich in ihrem Leben so gut wie alles erreicht: Sie hat Jura in Yale studiert und hat einen hochbezahlten Arbeitsplatz. Doch sie ist, sehr zum Leidwesen ihrer Eltern, noch unverheiratet. Deshalb wollen diese Sie ständig verkuppeln. Ihre Tochter will das allerdings nicht. Und in ihrer Not trifft sie ausgerechnet ihren alten Schulkameraden Sean wieder. Der ist inzwischen Arzt und hat ein interessantes Hobby: Nebenbei ist er Serienmörder. Und so nimmt Ihr bis dato fades Leben Fahrt auf.



Meinung:

Als Kindern wird uns immer gesagt, dass wir unseren Eltern gehorchen sollen. Schließlich wissen und wollen sie stets das Beste für uns. Doch irgendwann muss ein Schlussstrich gezogen werden, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Nur, was wenn dieser ausbleibt? Das ist das Ausgangsszenario von Angela S. Chois Deutschland-Debüt "Hello Kitty muss sterben".

Die Autorin wurde in Honkong geboren und lebt heute in San Francisco. Lange Zeit arbeitete sie als Anwältin, ehe sie dieser Job nicht mehr erfüllte. Sie quittierte ihren Job und beschloss nur noch als Schriftstellerin aktiv zu sein. Sie änderte im Jahr 2011 ihren Namen in Kate Kamen um und studiert seit neustem mit dem Ziel eine lizensierte Pflegekraft zu werden.

Für Fiona Yu ist die Hölle ihr Zuhause. Sie, 28 Jahre alt, noch immer jungfräulich aber dafür erfolgreiche Angestellte einer Anwalts-Firma, lebt immer noch bei ihren Eltern. Und die, vor allem ihr Vater, haben nur ein Ziel: Sie endlich unter die Haube zu bringen. Deshalb werden ständig Dates mit anderen chinesischen Amerikanern arrangiert, zu denen Fiona wiederwillig geht. Doch das soll sich ändern. Wenn sie keine Jungfrau mehr ist, so ihre Überlegungen, wird sie auch nicht mehr mit potentiellen Ehemännern belästigt werden. Doch beim Selbstversuch sich zu entjungfern entdeckt sie, dass sie kein Jungfernhäutchen mehr besitzt. Sie fühlt sich deswegen vom Leben betrogen und beschließt, sich eins einpflanzen zu lassen.

Doch als sie beim zuständigen Arzt ankommt, ändert sich ihr Leben. Denn dieser ist kein geringer als Sean, ein Freund aus ihrer Schulzeit. Gemeinsam wurden Sie von Nonnen unterrichtet, bis er eines Tages einem Mädchen die Haare abbrannte. Nun hat er Medizin studiert und praktiziert. Und so ganz nebenbei geht er seinem Hobby nach. Er ist nämlich Serienkiller. Und schon bald greift er ihr mit seinen Taten unter die Arme. Fiona fühlt sich von dessen Taten angezogen und beginnt ihn bald zu unterstützen. Doch wird sie ihm bis zum bitteren Ende folgen?

Hello Kitty ist dieses zuckersüße Katzenmädchen, welches auf vielerlei Produkten abgebildet ist. Und für die Protagonistin Fiona ist es ein Zeichen wie das traditionelle chinesische Mädchen sein soll: Stumm, keine Emotionen zeigen und möglichst bald einen chinesischen Mann heiraten. Kein Wunder also, dass sie diese Rolle nicht annehmen will. Für die Autorin Angela S. Choi die Gelegenheit einen bitterbösen Roman zu schreiben, der vor schwarzem Humor nur so trieft.

Vorweg muss man betonen, dass die Geschichte alles andere als realistisch geschrieben ist. Viele Dinge, die passieren, wirken bei näherem Überlegen unlogisch. Hauptsächlich ist damit die Tatsache gemeint, dass Fiona als erfolgreiche Yale-Absolventin und arbeitende Fachkraft bei einer Anwalts-Firma immer noch bei ihren Eltern wohnt. Und dass sie am Ende immer klein beigibt, wenn ihr Vater erneut einen potentiellen Heiratskandidaten hat.

Doch passt dies zur Stimmung des Buches. Dadurch werden die bitterbösen Elemente nur noch mehr betont. Und so erhält man einen perfekten Eindruck, was für ein Charakter Fiona ist. Sie ist nämlich eine Person, der es Spaß macht, die Ehen anderer Chinesen zu sabotieren. Sie hat also eine hässliche Seite an sich. Und die wird durch den Kontakt zu Sean nur noch mehr gefördert.

Sean ist sozusagen die Erfüllung ihrer heimlichen Hoffnungen und Wünsche. Er lebt seine dunkle Seite aus, indem, wie er es sich selbst gegenüber rechtfertigt, die Elemente der Gesellschaft entfernt, die hässlich sind. Der Kontakt mit Fiona verhilft ihm dabei, sein mörderisches Ich voll auszuleben.

Der Roman liest sich sehr locker. Und auch, wenn die ersten Seiten noch eher über Sex handeln, spielt dieser im Buch keine Rollen. Stattdessen geht um das Ausbrechen aus vorgegebenen Rollen, die Fertigung einer eigenen Existenz ohne, dass sich andere einmischen. Doch gleichzeitig ist es auch eine Mahnung, nicht zu weit zu treiben, wie man am Beispiel von Sean sieht, der im Laufe der Geschichte eine drastische Wandlung vollzieht. An deren Ende trifft Fiona eine drastisch Entscheidung für ihn, die innerhalb des Rahmens der Erzählung die richtige ist.

Allerdings flacht die Handlung zum Ende hin immer mehr ab. Viele Dinge, die passieren, überzeugen dann nicht mehr. Und das deshalb, weil sie selbst im überzogenen Rahmen von "Hello Kitty muss sterben" nicht glaubwürdig wirken.

Schade, dass dies passierte. Denn so fällt das Endresultat nicht ganz so positiv aus, wie es eigentlich hätte sein können. Es ist immer noch ein Buch zum "Reinschauen", mehr aber auch nicht.



Fazit:

"Hello Kitty muss sterben" ist das Deutschland-Debüt von Angela S. Choi. Die Geschichte wird auf eine herrlich bitterböse Art und Weise erzählt. Besonders die Protagonisten sind interessant. Beide, Fiona und Sean, haben eine dunkle Seite, die sie im Laufe der Handlung ausleben. Damit brechen sie aus ihren Rollenerwartungen aus. Das Buch liest sich sehr locker und hat einen schwarzen Humor. Allerdings flacht die Handlung gegen Ende immer mehr ab.



Hello Kitty muss sterben - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Angela S. Choi
Hello Kitty muss sterben
Hello Kitty Must Die

Übersetzer: Ute Brammerts
Erscheinungsjahr: 9. Mai 2012



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
btb

Preis:
€ 8,99

ISBN:
978-3-442-74126-7

288 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Bitterböse Geschrieben
  • Schwarzer Humor
  • Protagonisten leben ihre dunkle Seite aus
Negativ aufgefallen
  • Flacht gegen Ende deutlich ab
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Rezension vom: 09.07.2012
Kategorie: Allgemeine Belletristik
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