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Fleckenteufel

Story:
Thorsten Bruhn, 16.Jahre, fährt in seinen Ferien zur christlichen "Freizeit". Mit dabei sind viele Jugendliche aus seiner Stadt und auch ein paar Erwachsene, welche die "Freizeit" nutzen, um mal billig in den Urlaub zu gelangen.Thorsten erzählt in leichter Tagebuchmanier über die Ereignisse während des Urlaubs.

Meinung:
Heinz Strunk, der Autor von "Fleisch ist mein Gemüse", legt hier ein Buch vor, welches sehr polarisieren wird. Die einen werden meinen, dass Fleckenteufel nur eine billige Kopie von Charlotte Roches "Feuchtgebiete" ist, und die anderen werden diese Buch aufgrund seines teils obszönen, teils naiven Inhaltes mögen. Zum ersten Punkt muss gesagt werden, dass dieser Vorwurf nicht aus der Luft gegriffen ist. Die Aufmachung des Buches wirkt wie ein billiger Abklatsch von Roches Buch, und dürfte somit sicherlich auf eine Käuferschicht abzielen, die auch schon "Feuchtgebiete" verschlungen hat. Quasi, die männliche Antwort auf Roches Buch - so wird es jedenfalls an einigen Orten angepriesen.

Doch diesem Werbeslogan kommt Fleckenteufel nicht im Entferntesten nach. Hat der Leser die ersten zwei Kapitel hinter sich gebracht, stellt sich unweigerlich die Überlegung ein weiter zu lesen oder das Buch angeekelt wegzulegen. Zu intensiv und abgedreht sind die Gedanken des Thorsten Bruhn, dies kann kein 16jähriger im wahren Leben planen beziehungsweise fantasieren. Hier wurde wohl mit aller Macht versucht Roches Buch an Härte um ein Vielfaches zu übertreffen, weil es die Leserschaft verlangt. Doch dies ist nicht so, denn zwischen einem gewissen intellektuellen Anspruch und einfachen ordinären Rumgeschreibsel liegen wahrhaft Welten.

Überwindet sich der Leser zum weiteren Konsum des Buches, wird er feststellen, dass Heinz Strunk in den ersten beiden Kapiteln seinen Höhepunkt in Sachen Ekelerregend und Obszönität gehabt hat. Was nun folgt ist eine lockere Tagebuchgeschichte über die Erlebnisse in Scharbeutz, immer wieder mit Seitenhieben auf die Sexualität und die Unerfahrenheit des Hauptdarstellers. Und von diesem Punkt an wird es stellenweise sehr lustig und kurzweilig.

Und damit ist der Leser dann zur zweiten Gemeinde gewechselt. Nämlich, wie oben erwähnt, zu dem Teil der Leserschaft, die dieses Buch aufgrund seines teils obszönen, teils naiven Inhaltes favorisieren. Heinz Strunk merkt zum Glück ab Seite 29 das sich bei niemanden durch eine Auflistung von sexuellen, teils fragwürdigen Praktiken ein großer Lesespaß einstellt, und schwenkt dann endlich auf die kleine Anekdoten und Geschichten um, die dieses Buch doch noch lesenswert machen.
Wie Thorsten von der christlichen Gemeinschaft erzählt, die im Buch wahrhaft "Wasser predigt und Wein säuft", wie er über das Verhältnis der Jugendlichen untereinander erzählt und wie er immer wieder seine eigene selbst unterstellte Minderwertigkeit in den Mittelpunkt stellt, all dies sind Dinge, die den Leser das ein oder andere Mal ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern.

Neben dem durchwachsenen Inhalt, steht noch eine Sache im Raum, die mit zunehmender Seitenanzahl doch immer störender wird. der Schreibstil von Heinz Strunk soll vielleicht jugendlich naiv sein, ist aber nicht ansatzweise überzeugend. Die ständigen Wortgruppen und Aneinanderreihungen, welche in der Regel immer mit einem "und" verbunden sind, sind nur am Anfang lustig. Zum Schluß nervt dieses Spiel doch gewaltig und der Leser wird diese unsinnigen Aufzählsätze einfach überspringen. Desweiteren befinden sich wahnsinnig viele und / oder Verbindungen und viele Lautausdrücke ("QNNÖÖÖÖIIIIRRRZZ!") in den Kapiteln, welche das Lesen nicht gerade angenehmer machen. Der Versuch des Autors, dadurch mehr Lebendigkeit in den Inhalt zu transportieren, geht somit vollkommen nach hinten los.

Fazit:
Dieses Buch hat wirklich 2 unterschiedliche Seiten. Zum Einen stellt es ohne Wenn und Aber eine billige Kopie von "Feuchtgebiete" dar und dazu noch mit einem schlechten Schreibstil, zum Anderen enthält es aber einige kleine Anekdoten, die den Leser das erste Argument vergessen lassen und ihn dazu bringen, sich voll in die Geschehnisse in Scharbeutz hineinzudenken. Somit ist "Fleckenteufel" ein zwielichtiges Werk, das vor dem Kauf unbedingt angetestet werden sollte (am besten erst ab Seite 29, die Kapitel davor sind leider zu abschreckend).

Fleckenteufel - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Heinz Strunk
Fleckenteufel
Erscheinungsjahr: 2009



Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Rowohlt

Preis:
€ 12,00

ISBN:
978-3499252242

220 Seiten
Positiv aufgefallen
  • kleine aber feine jugendlich naive Erzählungen bringen den ein oder anderen Lacher
  • schneller Lesefluß
Negativ aufgefallen
  • schlechter Schreibstil
  • krampfhafte Kopie von Charlotte Roches "Feuchtgebiete"
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Rezension vom: 04.09.2009
Kategorie: Allgemeine Belletristik
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