Splashpages  Home Books  Specials  Interview mit Kristian Bang Foss  Interview mit Kristian Bang Foss, deutsche Version
RSS-Feeds
Podcast
http://splashbooks.de/php/images/spacer.gif

In der Datenbank befinden sich derzeit 40 Specials. Alle Specials anzeigen...
Specials Eventspecials

Interview mit Kristian Bang Foss, deutsche Version
IndexWeiter  »

Sehr geehrter Herr Bang Foss. Mein Name ist Juliane Seidel und für die Bücher-Online-Magazin Splashbooks (www.splashbooks.de) darf ich Ihnen einige Fragen stellen.

Was hat Sie auf die Idee zu "Der Tod fährt Audi" gebracht?

Kristian Bang Foss: Ich hatte die Idee, als ich als Helfer für einen behinderten Jungen in einem Vorort von Kopenhagen gearbeitet habe.

Gibt es für Asger und Waldemar lebende Vorbilder, oder basieren die anderen Figuren (der Wunderheiler, die Künstlergemeinschaft in Frankreich) auf realen Personen? Wenn ja, welche?

Ich denke, all meine Charaktere haben einen Teil von mir in sich, einen Teil von Leuten die ich getroffen habe und einen Teil, der einfach reine Vorstellung ist. Es gib nur eine einzige Person in dem Roman, die ihren Namen von einer realen Person hat, und das ist der Heiler in Marokko: Torbil el Mekki

Gibt es Stentofte wirklich oder ist es einfach nur sinnbildlich für das ein bestimmtes Milieu entstanden? Haben Sie selbst in einem solchen Milieu gelebt, oder kennen Sie es aus ihren Freundes - und Bekanntenkreis?

Stentofte ist ein imaginärer Name, aber es basiert auf einem bestimmten Vorort in Kopenhagen - demjenigen, wo ich als Helfer gearbeitet habe. Aber bestimmte positive Aspekte des Milieus sind weggelassen, so dass nur das Grimmige des Orts überblieb. Ich denke, das erzeugt einen guten Kontrast zu der Freundschaft zwischen Asger und Waldemar.

Wie kamen Sie auf die Idee den Tod auf diese Art und Weise darzustellen?

Es ist ein modernes Updates des klassischen Bilds des Sensenmannes auf einem Pferd. Ich wurde von dem Kurzfilm "They Caught the Ferry" von dem dänischen Meisterregisseur Th. Dreyer inspiriert. Jener basiert auf einer Kurzgeschichte von Johannes V. Jensen, einem meiner Lieblingsautoren. In dem Film beeilt sich ein Paar auf einem Motorrad, um eine Fähre zu erwischen. Dabei überholen eine Person in einem Wage, die wie der Tod selber aussieht. Der mysteriöse Fahrer ist ein wiederkehrendes Thema in der Popkultur. Und ich mag einfach Titel, die mit Tod anfangen: "Death in the afternoon" (Ernest Hemingways "Tod am Nachmittag"), Death in Venice (Thomas Manns "Der Tod in Venedig"), usw..

Haben Sie selbst einmal einen solchen Roadtrip gemacht? Wenn ja, haben Sie einige der Dinge, die Waldemar und Asger widerfahren, selbst erlebt?

Ich liebe das Fahren und habe schon mehrere Road Trips unternommen. Und in den Jahren vor der Periode, in der ich das Buch schrieb, bin ich viel gereist. Aber ich habe es nie geschafft, nach Marokko zu kommen, um einen Heiler zu sehen.

Gibt es Reaktionen von Lesern zu "Der Tod fährt Audi", die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Ich bin einem Paar begegnet, die beide in Rollstühlen saßen und die das Buch gelesen hatten und es sehr mochten. Ich denke, dass dies ein sensibles Thema sein kann, weshalb die positiven Reaktionen mich glücklich machten.

Wie lange haben sie an dem Roman gearbeitet? Wieviel Recherche haben Sie vorab betrieben?

Ich habe nicht wirklich irgendwelche Recherche betrieben. Stattdessen habe ich einfach das benutzt, was ich wusste und hatte und habe experimentiert. Ich habe an dem Buch einige Jahre gearbeitet.

Ihre anderen Romane sind hier in Deutschland leider nicht erschienen. Wie stark unterscheidet sich "Der Tod fährt Audi" denn von Ihren bisherigen Romanen? Gibt es wiederkehrende Elemente, oder unterscheiden sich die drei Bücher grundlegend?

Ich möchte gerne denken, dass meine Bücher alle sehr unterschiedlich sind. Aber eine Sache die meine ersten beiden Werke gemein haben ist, dass sie beide von der Arbeit inspiriert wurden, die ich hatte. Mein letztes Werk, "Stormen i 99" (Der Sturm in '99) findet in einem Warenhaus in Kopenhagen statt, wo ich gearbeitet habe.

Wie sind sie selbst zum Schreiben gekommen? Gab es ein Schlüsselereignis?

Das Lesen von Kafka als Teenager hat in mir den Wunsch ausgelöst, schreiben zu wollen. Davor las ich sehr gerne Cartoons und zeichnete sogar jede Menge selbst. Und ich vermute, dass mein Schreiben mit den Cartoons anfing. Und Inspirationen von Cartoonisten wie Carl Barks und Herge können immer noch in meiner Schreibarbeit gefunden werden.

Welche Bücher lesen sie zur Zeit?

Ich lese gerade ein dänisches Buch über das Lachsfischen mit dem Namen "Laks", von Jan Grünwald. Ansonsten lese ich gerade "Blood Meridian" ("Die Abendröte im Westen") von Cormac McCarthy. Aber ich habe eben erst damit angefangen und habe noch nicht wirklich eine Meinung dazu, abgesehen davon, dass ich seinen Stil mag.

Haben Sie literarische Vorbilder oder Autoren, deren Bücher Sie gerne zur Hand nehmen?

Ich mag Josep Conrad und habe viel über das Schreiben dadurch gelernt, dass ich ihn studiert habe.

Danke für das Gespräch.
IndexWeiter  »


Special vom: 11.05.2014
Autor dieses Specials: Juliane Seidel
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Interview mit Kristian Bang Foss, Englische Version
Zurück zur Hauptseite des Specials