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Die Letzten und die Ersten Menschen

Story:

Dies ist die Geschichte der Menschheit. Angefangen zu der Zeit der ersten, bish in in die ferne Zukunft. Was wird uns erwarten?



Meinung:

Future History ist ein faszinierendes Konzept. Die Möglichkeit, wie die Menschheit sich entwickeln könnte, bietet ungeahnte kreative Optionen. Und Olaf Stapledons "Die Letzten und die Ersten Menschen" gehört zu einem der Vorzeigewerke dieser SciFi-Kategorie.

Der Autor wurde 1886 in Wallasey/England geboren. Er war Philosoph und Autor, der mit seinen Werken Generationen von Autoren und Lesern beeinflusste. Er verstarb 1950.

Normalerweise würde an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Handlung des Romans stehen. Doch in diesem Fall wird darauf verzichtet. Denn der Plot dieses Buches lässt sich nur schwer in wenigen Worten zusammenfassen, ohne dass man dabei zu viel über den Inhalt dieses außergewöhnlichen Bandes verrät.

Denn was Olaf Stapledon hier schreibt, spottet geradezu jeder Beschreibung. Der britische Autor schreibt hier eine Geschichte, die anders als "Methusalems Kinder" keinen "kleinen" Zeitraum beschreibt. Im Gegenteil: Die Geschichte dieses Bandes umfasst eine Jahreszahl, wie man sich nur schwer fassen kann. Am Ende des Buches, so viel sei verraten, befindet man sich Milliarden von Jahren in der Zukunft! Und da muss man erst mal schlucken, wenn man dies liest.

Und so ist "Die Letzten und die Ersten Menschen" ein wahrhaft epischer Roman. Die Jahre vergehen hier wie im Flug. Und man blättert gebannt weiter. Man sieht, wie Menschenrassen entstehen und vergehen.

Und doch hat der Autor ein Blick fürs Detail. Das wirkt, angesichts dieses unfassbaren Zeitraums, unglaubwürdig. Doch es stimmt. Man merkt, wie sehr er sich Gedanken gemacht hat, wie alles sich entwickeln könnte. Und wie die Menschenrassen sich verändern.

Denn der Mensch, wie man ihn heute kennt, bleibt nicht bestehen. Er vergeht, auf Grund seiner eigenen Fehler. Und doch hat er auch dafür gesorgt, dass seine Kinder, eine zweite Menschheit weiter existieren können. Bis diese von einer dritten abgelöst werden und so weiter und so fort. 18 verschiedene Menschheiten entstehen so im Laufe der Jahrmillionen. Und sie alle gehen aus dem einen oder anderen Grund ein.

Jetzt könnte man vermuten, dass Olaf Stapledon eine ähnlich pessimistische Menschensicht hat, wie Stephen Baxter. Doch das Gefühl hat man nicht. Denn anders als Baxter bleibt Stapledon nüchtern. Er bewertet nicht, wie die Dinge sich entwickeln. Er beschreibt sie nur. Und überlässt es dem Leser sich seine Meinung zu bilden.

Dabei konzentriert er sich nicht auf einzelne Charaktere. Man wird hier nur sehr selten Dialoge vorfinden. Stattdessen beschreibt er überwiegend, wie die Dinge sich entwickeln. Sein Prosastil mag dabei für den modernen Lesegeschmack schwer zu lesen sein. Seine Absätze gehen manchmal über eine ganze Seite. Doch er packt viel Inhalt in diese hinein. Er beschreibt die Entwicklungen, die diese Menschheiten durchmachen ausführlich. Wodurch sie für den Leser ausführlich charakterisiert werden!

Und gleichzeitig merkt man auch, dass Stapledon Philosoph war. Er macht sich Gedanken! Über alles, was den Werdegang der Menschen angeht. Er seziert bestimmte Entwicklungen, pocht sie ab. Er versucht dabei herauszufinden, was die Menschheit antreibt. Und daraus extrapoliert er quasi den Entwicklungsweg für die zukünftigen Menschen.

Eine weitere Sache, die in diesem ohnehin schon sehr beeindruckenden Band beeindruckt, ist das Vorwort des Autors. In diesem schreibt er, dass er sich bewusst ist, dass das, was er niederschreibt, schon bald obsolet sein könnte. Weil die Zeit sich anders entwickelt, als man meinte. Schon fast prophetische Worte.

Es ist wunderbar, dass der Piper-Verlag diesen "Klassiker" der SciFi-Literatur wieder neu herausbringt. Und dieses Werk hat den "Splashhit" verdient.



Fazit:

Olaf Stapledons "Die Letzten und die Ersten Menschen" ist kein einfach zu lesender SciFi-Roman. Dafür ist die manchmal philosophische Schreibweise des Autoren sperrig und schwierig zu lesen. Doch es lohnt sich, denn wenn man sich mit der Geschichte beschäftigt, erfährt man eine epische Erzählung, die Jahrmillionen umfasst. Es geht dem Autoren nicht um Einzelschicksale, sondern um das Ganze, um die zukünftige Entwicklung der Menschheit. Und dies schildert er interessant und abwechslungsreich. Ein Pflichtkauf, unbedingt.



Die Letzten und die Ersten Menschen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Olaf Stapledon
Die Letzten und die Ersten Menschen
Last and First Men

Übersetzer: Kurt Spangenberg
Erscheinungsjahr: 5. Oktober 2015



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Piper

Preis:
€ 25,00

ISBN:
978-3-492-70362-8

464 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Epische Geschichte
  • Philosphisch Tiefgründig
  • Es geht Stapledon um das Ganze Bild
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 19.06.2016
Kategorie: Science Fiction
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