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Wild Cards: Das Spiel der Spiele

Story:

America's next Superhero ist eine äußerst erfolgreiche Castingshow. Nur Asse können daran teilnehmen, und wer gewinnt, ist der neue Mediendarling. Doch ist derjenige wirklich ein Held? Und was zeichnet einen solche aus?



Meinung:

Im Bemühen, die Wartezeit bis zum nächsten "Das Lied von Eis und Feuer"-Band zu überbrücken, grasen die Verlage so ziemlich alles ab, was George R. R. Martin jemals produziert hat. Und so veröffentlicht Penhaligon jetzt "Wild Cards: Das Spiel der Spiele". Dabei ist der Autor selbst nur Herausgeber, bzw. steuert nur ein paar kleine Abschnitte bei. Der Großteil des Romans wird von anderen Schriftstellern gestemmt. Neun Stück haben insgesamt an diesem Band geschrieben.

"Wild Cards" ist der Name eines Universums, das ursprünglich von diversen in New Mexico beheimateten Autoren erdacht wurde. George r. R. Martin ist jedoch der Hauptverantwortliche, der gemeinsam mit Melissa M. Snodgrass alles redaktionell verwaltet. Ursprünglich erschienen zwischen 1987 und 1993 zwölf Bände beim Verlag Bantam, von denen einige hierzulande erschienen. Danach kümmerte sich Baen Books um die Reihe, jedenfalls bis 1995. Bis 2006 besaß schließlich iBooks Inc. die Lizenz, ehe sie schließlich zum Tor-Verlag wanderte, der die Serie fortführte. "Wild Cards: Das Spiel der Spiele" ist der erste der neuen Bände, der 2008 herauskam. Seitdem sind vier weitere Romane herausgekommen. Ob diese oder einige der früheren Geschichten auch hierzulande wieder erscheinen, stand zum Zeitpunkt dieser Rezension noch nicht fest.

Übrigens umfasst das "Wild Cards"-Universum nicht nur Bücher. Auch Comics und Rollenspiele gehören dazu. Außerdem wurde eine Verfilmung von Universal angekündigt.

Seit 1946 sucht ein Alien Virus, der absichtlich freigelassen wurde, die Erde heim. Der "Wild Cards"-Virus, so wird er genannt, tötet 90% aller Infizierten. Doch wer überlebt, der hat ein metaphorisches Ass gezogen und erhält außergewöhnliche Fähigkeiten. Und einige dieser Asse treten in der TV-Show "America's next Superhero" gegeneinander an. Wer alle Challenges überstanden hat, der ist der neue Darling Amerikas. Doch ist er dann ein wirklicher Held?

Antreten tun verschiedene Figuren. Johnny Hive kann sich in einen Wespenschwarm verwandeln und möchte gerne ein Journalist werden. Earth Witch kann die Erde manipulieren und ist äußerst unsicher und scheu. Drummer Boy ist ein Joker - so werden die Überlebenden genannt, die der Virus auch körperlich verändert hat -, Mitglied einer bekannten Punkrockband und ein ziemlicher Frauenheld. Sie sind nur drei der Teilnehmer, deren Leben sich nur um eine Frage dreht: Schaffen sie es in die nächste Runde?

Wie man anhand der Inhaltsangabe deutlich erkennen kann, hat "Wild Cards: Spiel der Spiele" seine Wurzeln eindeutig bei den amerikanischen Superheldencomics. Es geht um "Larger than Life"-Figuren, die mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind. Gleichzeitig orientiert sich der Roman auch an dem zum Erscheinungszeitpunkt großen Trend der Castingshows. Die Autoren vermengen das miteinander und herauskommt …

Eine Geschichte, die sich nicht wie "Das Lied von Eis und Feuer" liest. Das muss man auch betonen. Wer sich den Band kauft, in Erwartung eine ähnliche Geschichte wie Martins bekannte Fantasy-Reihe vorzufinden, der wird enttäuscht sein. Stattdessen hat man eine Erzählung, die vor allem dadurch beeindruckt, das neun verschiedene Autoren an ihr geschrieben haben und man stilistisch kaum Unterschiede vorfindet, auch wenn sie natürlich über ihre jeweilige Lieblingsfigur schreiben.

Denn das muss man wirklich betonen! Es gehört einiges an Koordinierungsarbeit, um die, vermutlich weit auseinanderlebenden, Autoren dazu zu bringen nicht nur pünktlich ihre Beiträge abzuliefern. Auch die Tatsache, dass es keine Widersprüche untereinander gibt und dadurch die Story wirklich kohärent wirkt, muss betont werden.

Die Story selbst liest sich interessant. Die Autoren verstehen sich darauf, die Protagonisten mitsamt ihren verschiedenen Motivationen darzustellen. Und ursprünglich ist es die simple Gier nach Ruhm und Geld, die sie motiviert. Was auch verständlich ist, da in den USA des "Wild Cards"-Universum die typischen Superschurken fehlen.

Gleichzeitig ist es auch ein Blick auf die zynische Maschine der Casting-Sendungen. Die Autoren verstehen sich darauf, die vielen Intrigen und Betrügereien gut darzustellen. Wenn zum Beispiel zwei Kandidaten vor den Kameras eine bestimmte Szene schauspielern, ist das empörend und faszinierend zu Gleich. Es bestätigt alle Vorurteile, die man gegen diese Sendungen hat.

Und dann, so ab Mitte des Romans, beginnt langsam ein anderer Handlungsschauplatz sich in den Vordergrund zu schieben. Und je mehr dies geschieht, desto mehr beschäftigt sich die Geschichte mit der Frage, wer denn jetzt ein Held ist. Derjenige, der bei einer solchen Sendung von der Publikumsmehrheit gewählt wird? Oder jemand, der Krisen angeht?

Nicht unerwähnt bleiben muss die Charakterarbeit. Figuren wie Stuntboy, Lohengrin (übrigens ein deutschstämmiger Charakter, der nicht klischeehaft dargestellt wird), Curveball oder Drummer Boy sind keine bloßen Namen. Das erstaunliche ist, dass das Figurenensemble überraschend groß ist und man dennoch nie das Gefühl hat, das Charaktere in der Handlung untergehen. Genauso wenig wie man den Eindruck hat, dass bestimmte Autoren - es wird immer gekennzeichnet, welches Kapitel von wem stammt - bestimmte Protagonisten bevorzugen.

Am Ende ist "Wild Cards: Das Spiel der Spiele" ein hervorragender Roman, mit Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Das Buch ist ein "Klassiker" und hat den "Splashhit" verdient. Jetzt kann man nur hoffen, dass bald Nachschub kommt.



Fazit:

Man sollte bei dem Cover von "Wild Cards: Das Spiel der Spiele" genau hingucken, um nicht von falschen Voraussetzungen beim Lesen auszugehen. Denn auch wenn George R. R. Martin einige Kapitel beisteuert, ist er in diesem Fall "nur" der Herausgeber. Doch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Denn der Band liest sich spannend und hat viele interessante und abwechslungsreiche Figuren. Es ist dabei beeindruckend, wie gut es gelungen ist, mit Hilfe der vielen verschiedenen Autoren eine zusammenhängende Story zu erzählen, ohne dass es zu Widersprüchen kommt. Man sollte dem Roman auf jeden Fall eine Chance geben, selbst wenn George R. R. Martin ihn nicht wirklich selber geschrieben hat.



Wild Cards: Das Spiel der Spiele - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

George R. R. Martin
Wild Cards: Das Spiel der Spiele
Wild Cards Inside Straight

Übersetzer: Simon Weinert
Erscheinungsjahr: 25. August 2014



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Penhaligon Verlag

Preis:
€ 15,00

ISBN:
978-3-7645-3127-0

544 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Verschiedene Autoren schreiben an einer Geschichte, ohne dass es zu inhaltlichen Brüchen kommt
  • Spannende Geschichte
  • Interessante und abwechslungsreiche Charaktere
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 09.11.2014
Kategorie: Science Fiction
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