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Manga-Zeichenstudio: Hände und Füße

Story:

Die aus Fernost stammenden, kindlich anmutenden Figuren mit den großen Augen haben hierzulande schon vor Jahren nicht nur die Herzen der Kinder im Sturm erobert. Dabei reicht das Spektrum der asiatischen Comickunst von Kinder- und Jugendserien wie Pokemon, Sailor Moon oder Naruto über tiefgründigere/unverblümtere Ableger des Genres, die nur einem erwachsenerem Publikum nahezulegen sind, wie Neon Genesis Evangelion oder Dragon Ball Z, bis hin zu hollywoodreif inszenierten Dramen und Märchen in Spielfilmlänge wie Prinzessin Mononoke oder Mein Freund Totoro.

Manch ein Fan dieser Kunstwerke hat sich selbst schon an der einen oder anderen Figur versucht und dabei bemerkt, wie schwer die scheinbar einfach gezeichneten Figuren aufs Papier zu bannen sind. Wer mit den Ergebnissen bis jetzt nicht so zufrieden ist oder erste Versuche wagen möchte, findet vielleicht in der Reihe Manga-Zeichenstudio von Carlsen Manga! kompetente Hilfe.

Der Lehrer und der Lehrplan
Kaneda Kobo ist seit 2005 als selbstständiger Mangaka (so heißen die Schöpfer der Comics) und Illustrator tätig. Veröffentlichungen von ihm findet man in erstaunlich vielen Bereichen: Ratgeber, Fachbücher, Comics und Werbung. Nicht zuletzt sprechen die vielen sehr hochwertigen Arbeitsbeispiele in dem vorliegenden Buch eine eigene Sprache.

Das Buch ist in 5 klar abgrenzbare Kapitel unterteilt, die logisch gut aufeinander abgestimmt sind:

• Wie man Hände und Arme zeichnet
• Hände und Arme in der Praxis
• Wie man Füße und Beine zeichnet
• Füße und Beine in der Praxis
• Ganzkörperdarstellung



Meinung:

Schon anhand des Inhaltsverzeichnisses lässt sich erahnen, dass der Autor sich viele Gedanken dazu gemacht hat, wie er auch völlig unerfahrenen Zeichnern die Thematik systematisch näherbringen kann: Man lernt zunächst schrittweise wie der jeweilige Körperteil aufgebaut ist, wie er statisch gezeichnet wird und wie er schließlich in einer dynamischen Szene eingebunden werden kann.

Sehr gut gelungen ist auch der Einstieg in das Thema über anatomische Schaubilder der Extremitäten, die eine sehr gute und dennoch auf das Ziel hin reduzierte Vorstellung davon vermitteln, was genau eine Hand, einen Arm oder einen Fuß funktionieren lässt und das der Merksatz für Designer "form follows function" auch hier gilt.

Wie zu erwarten… sehr schick gestaltet
Natürlich reicht es nicht zeichnen zu können, um so ein Buch zu machen. Man muss auch erklären können und genau daran scheint Herr Kobo viel Spaß zu haben denn er geht sehr kleinschrittig und detailverliebt vor. Dabei werden zunächst stark vereinfachte Zeichenstile an den Anfang des jeweiligen Abschnitts gestellt (Moe und Yonkoma). Anhand dieser Beispiele wird nun erklärt, welche Möglichkeiten schon mit so einfachen Mitteln zur Verfügung stehen. Lange erklärende Texte wird man vergeblich suchen. In aller Regel sprechen viele kleine Skizzen oder kurze Comicstrips für sich und kleine Textbausteine daneben heben besonders Bemerkenswertes hervor.
Wenn die Grundzüge anhand der vereinfachten Figuren verstanden wurden lässt der Zeichner beispielsweise die Hände Schritt für Schritt komplexer werden und erklärt welche Elemente er addiert und welche Wirkung damit hervorgerufen wird.

An dieser Stelle nimmt der Mangaka noch einmal die Anatomie zu Hilfe, um auf mögliche Fehlerquellen hinzuweisen. Beim aufmerksamen Studium führt das zu erstaunlichen Erkenntnissen darüber, wie genau Hände und Füße funktionieren und aufgebaut sind.

Der Praktiker gibt Extra-Tipps
Im ganzen Buch wird besonderes Augenmerk darauf gelegt, welche Fehler häufig passieren und sogar das eine oder andere "Such-den-Fehler-Bild" hat seinen Weg in die verschiedenen Kapitel gefunden. Außerdem werden die Fälle hervorgehoben, in denen eine vereinfachte Darstellung besser wirkt als eine allzu realistische, selbst wenn diese anatomisch korrekter wäre.

Da Mangas nicht selten einen gewissen morbiden Charme entfalten oder martialische Charaktere, sowie besonders romantische Szenen erfordern, sind im Buch verteilt neben den eigentlichen Zeichen-Lektionen noch kleine Exkurse eingebettet. Zum Beispiel wird erklärt wie das Abtrennen von Gliedmaßen am besten zeichnerisch dargestellt wird, welche Arten von Prothesen es gibt, wie man Verbände am plastischsten darstellt und wie die Kleidung auf verschiedene Aktivitäten reagiert und so weiter…

Gelungen sind auch die Gegenüberstellungen verschiedener Menschen beispielsweise von dick nach dünn, von jung nach alt oder von schlaksig zu muskulös. Dabei bewertet der Autor niemals oder macht Witze unter der Gürtellinie, hier geht es schlichtweg ums Zeichnen.



Fazit:

Die neu begonnene Reihe Manga-Zeichenstudio startet mit einem großartigen ersten Band, der in puncto Aufmachung, Inhalt und Didaktik voll und ganz überzeugen kann. Einzig und allein der Titel Hände & Füße deckt nicht ganz das doch viel breitere darin enthaltene Spektrum ab.



Manga-Zeichenstudio: Hände und Füße - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Kaneda Kobo
Manga-Zeichenstudio: Hände und Füße
Erscheinungsjahr: 26.08.2014



Autor der Besprechung:
David Weigel

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 19,90

ISBN:
3551736839

176 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Grafische ansprechende Aufmachung
  • Didaktisch sinnvoller Aufbau
  • Exkurse und Praktiker-Tipps
  • Fast alle Inhalte mit Beispielbildern erklärt statt mit Texten
  • Niveauvoll und trotzdem mit Humor geschrieben
Negativ aufgefallen
  • Titel etwas irreführend: Es geht um wesentlich mehr als Hände und Füße ;-)
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Rezension vom: 16.10.2014
Kategorie: Ratgeber
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