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Bedenke Phlebas

Story:

Als ein Gehirn der Kultur auf einer weit abgelegten Welt abstürzt, entbrennt ein Wettlauf um die Bergung. Auf der einen Seite sind die Vertreter der Kultur, auf der anderen Seite Söldner der Idiraner. Und diese werden angeführt von dem Wandler Horza.



Meinung:

"Bedenke Phlebas" ist ein Science Fiction-Roman des schottischen Schriftstellers Ian Banks. Der Roman erschien ursprünglich 1987 und wurde 2002 wohl das erste Mal vom Heyne-Verlag auf Deutsch herausgebracht. Im Rahmen des "50 Jahre Science Fiction bei Heyne"-Jubiläums wird das Buch nochmal neu herausgebracht.

Ian Banks ist leider 2013 an Gallenblasenkrebs gestorben. Er war damals 59 Jahre alt. Geboren wurde am 16. Februar 1954. Sein erstes Buch erschien 1984. "Die Wespenfabrik", ein Thriller, war auch gleichzeitig sein Durchbruch. Nach diesem Erfolg beschloss er, sich als hauptberuflicher Autor zu versuchen. Seine normalen fiktionalen Werke schrieb er als Ian Banks, seine SciFi-Geschichten wurden unter Ian M. Banks herausgebracht. Dabei waren letztere Geschichten hauptsächlich Teil des sogenannte "Kultur"-Zyklus.

Die Kultur ist ein Riesenreich, das von sich selbstbewussten künstlichen Intelligenzen geleitet wird. Innerhalb der Kultur gibt es keinen Zwang und es ist alles möglich. Es ist fast eine Utopie. Und die Nachbarn fürchten deshalb dieses Reich. Aus diesem Grund gibt es Krieg zwischen der Kultur und den Idiranern, einem religiös kapitalistischem Reich.

Für diese fundamentalistische Spezis arbeitet der Wandler Bora Horza Gobuchul. Er soll für sie ein auf einer fremden Welt gestrandetes, junges Kultur-Gehirn bergen. Doch ist er nicht der einzige Interessent. Und so entbrannt ein Wettlauf, dessen Ende über die Zukunft der Galaxie bestimmen wird.

Wenn man "Bedenke Phlebas" mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es "komplex". Denn Ian Banks schildert einen Konflikt, bei dem alle Beteiligten weder richtig gut noch richtig böse sind. So ist einem die Kultur schon allein durch ihre Utopie suspekt, während die Idiraner mit ihrer religiösen Arroganz antagonistisch rüberkommen, auch wenn sie in diesem Konflikt die Unterlegenen sind.

Aber auch die Protagonisten sind alles andere als strahlende Helden. Der Wandler Horza zum Beispiel geht, wenn es nötig ist, für seine Mission über Leichen. Und trotzdem ist er der Hauptcharakter, der von Ian Banks so dargestellt wird, dass man mit seinen Zielen sympathisiert.

Es ist eine grausame und, im wahrsten Sinne des Wortes, schmutzige Welt. Bereits der Beginn, als Horza zum Tod durch Ertrinken in Exkrementen verurteilt wird, setzt den Tonfall. Wiederholt zeigt der Autor, wozu Leben fähig ist. Wiederholt baut er Szenen ein, die in ihrer Brutalität bizarr wirken. Man weiß nicht dann nicht, wie man reagieren soll, etwa wenn er ausführlich beschreibt, wie ein Kannibale wirklich alles von seinem Opfer vertilgt.

Und doch macht das den Anreiz dieses Werkes aus. Denn die Geschichte, die Ian Banks hier schreibt, ist eine enorm abwechslungsreiche. Damit ist jetzt nicht nur die Komplexität gemeint.

Auch wie der Autor die Geschichte aufbaut, sorgt dafür, dass man diesen Band nicht so schnell zur Seite legt. Denn sie ist unvorhersehbar. Gerade dann, wenn man meint zu ahnen, wie der Hase läuft, knallt Ian Banks einem eine Wendung vor, die man so nicht hat kommen sehen. Ständig baut er Überraschungen und Plottwists ein, die die Handlung davon abhält einzuschlafen.

Wieviel Überlegungen der Autor in die Geschichte eingebaut hat, ahnt man schon durch den Appendix und die Anmerkungen im Anhang. Das alles sind gute Gründe, weshalb dieser Roman ein "Klassiker" und gleichzeitig auch ein "Splashhit" ist. Unbedingt kaufen!



Fazit:

"Bedenke Phlebas" war Ian Banks Debüt-SciFi-Werk. Und der Heyne-Verlag hätte kaum ein besseres Beispiel für die Arbeit des Autoren innerhalb des "50 Jahre Science Fiction bei Heyne"-Programm auswählen können. Die Geschichte überzeugt durch ihren komplexen Hintergrund und ihre Charaktere. Es gibt kein eindeutiges Gut oder Böse. Vielmehr sind die Figuren sozusagen moralisch grau. Die Welt, in der die Handlung stattfindet ist eine schmutzige und grausame, derweil die Handlung durch viele Überraschungen und Plottwists gefällt.



Bedenke Phlebas - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ian Banks
Bedenke Phlebas
Consider Phlebas

Übersetzer: Rosemarie Hundertmarck
Erscheinungsjahr: 14. April 2014



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Heyne Verlag

Preis:
€ 9,99

ISBN:
978-3-453-31591-4

768 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Ein Werk mit komplexen Hintergrund und Figuren
  • Charaktere sind moralisch eher grau
  • Kein eindeutiges Gut oder Böse
  • Spannende und abwechslungsreiche Handlung
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 09.09.2014
Kategorie: Science Fiction
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