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Die Neuromancer-Trilogie

Story:

Ein Hacker wird engagiert, um eine KI zu befreien. Ein Söldner wird angeheuert, um ein junges Mädchen in Sicherheit zu bringen. Und die Tochter eines mächtigen Yakuza-Bosses wird nach London gebracht, um dort in Sicherheit zu sein.



Meinung:

50 Jahre Science Fiction bei Heyne: Dieses Jubiläum feiert der Verlag dieses Jahr. Passend dazu wurde die Webseite diezukunft.de gestartet und eine Art Best Off der Science Fiction-Werke herausgebracht, die in diesem Zeitraum beim Verlag herausgekommen sind. Dazu zählt auch William Gibsons "Die Neuromancer-Trilogie".

Der Autor wurde am 17. März 1948 in Conway, Südkalifornien, USA geboren. Da seine Familie oft umzog entwickelte er sich zu einem scheuen Teenager, der oft Science Fiction las. Um dem Einzug in den Vietnam-Krieg zu entgehen, wurde er 1968 kanadischer Staatsbürger. Zu diesem Zeitraum fing er an, als Vollzeitautor zu arbeiten. "Neuromancer" ist sein bekanntestes Werk. Es ist der Auftakt zu einer Trilogie, die aus den Romanen "Count Zero" und "Mona Lisa Overdrive" besteht.

"Neuromancer": Einst war Henry Dorsett ein Hacker. Bis er versucht hatte, einen Auftraggeber reinzulegen. Als Strafe dafür wurde sein Nervensystem beschädigt, und er kann nicht mehr ins Cyberspace. Bis eines Tages der weibliche Straßensamurai Molly ihn anheuert. Ihr gemeinsamer Auftragsgeber ist der Ex-Soldat Armitage. Und sein Ziel ist die KI Wintermute.

"Count Zero": Bobby ist ein kleiner Hacker, der aus Versehen an ein gefährliches Programm kommt. Turner ist ein Söldner, der angeheuert wird, ein junges Mädchen zu schützen. Doch die Mission geht schief. Und eine Kunsthändlerin wird von einem reichen Industriellen angeheuert, um bestimmte Kunstwerke zu finden.

"Mona Lisa Overdrive": Mona ist eine junge Prostituierte, die eines Tages angeheuert wird, um den bekannten SimStar Angie Mitchell nachzuahmen. Kumiko ist die Tochter eines Yakuza-Bosses, der sie nach London schickt, da es in Japan zu einem Klankrieg kommt. In England wird sie von einer Molly unter die Fittiche genommen, die eine neue Identität hat. Und ein Künstler soll auf einen komatösen Hacker aufpassen.

Cyberspace, Straßensamurai, Hacker, Augmentierung, Yakuza und, und, und. Alles Begriffe, die man als ScienceFiction-Leser heutzutage kennt. Besonders, wenn man ein Fan des RPG "Shadowrun" ist, das diese Wörter und ihre Bedeutung von William Gibsons Werken nahezu 1:1 übernommen hat und sie im Laufe der Jahre weiterentwickelte.

Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob die "Sprawl"-Trilogie, wie der Autor die drei Werke auch nennt, auch heutzutage dieselbe Wirkung entfaltet, wie damals. Denn 1984, als der Roman auf den Markt kam, war das, was der Autor beschrieb und schrieb, noch frisch. "Blade Runner", der viel von der Atmosphäre, die in den Geschichten herrscht, vorwegnahm, war damals erst zwei Jahre alt.

Und William Gibson macht es einen auch nicht einfach. Er erklärt nichts. Er wirft den Leser einfach so in diese düstere Welt. Er wirft mit Begriffen um sich, und man muss vieles aus dem Kontext herausarbeiten, um beispielsweise Konsolencowboy oder Straßensamurai für sich selbst mit Leben zu füllen. Denn nicht jeder Leser kennt sich mit Cyberpunkt aus.

Und doch stört man sich nicht dran. Viel zu sehr ist man davon fasziniert, wie er eine Welt erschafft, in der sich vieles geändert hat. Der menschliche Körper beispielsweise kann mit diversen technischen Hilfsmitteln verbessert werden, tödlicher gemacht werden. Die Umwelt ist größtenteils zerstört und teilweise eine einzige, giftige Kloake. Das sind Dinge, die man sich damals sehr gut vorstellen konnte und die auch heute noch Realität werden können.

Kein Wunder also, dass die meisten Hautpfiguren von der "Neuromancer"-Trilogie wahre Antihelden sind. Henry Dorsett gibt auf Recht und Gerechtigkeit wenig. Ihm geht es nur darum, wieder in den Cyberspace zu können und Drogen zu finden, mit denen er sich zudröhnen kann. Auch die anderen Figuren stehen dem im nichts nach. Mona ist ebenfalls von gewissen Stoffen abhängig und Kumiko kennt nichts anderes, als die mafiösen Strukturen ringsum sie herum.

Zwei Figuren gibt es jedoch, die aus der Masse hervorstechen. Molly agiert nach einem Ehrenkodex und hat ernsthaftes Interesse an dem Wohlergehen von Kumiko. Und Turner wirkt wie aus der Zeit herausgefallen. Denn auch ihm ist das Schicksal seines Mündels nicht egal. Durch ihre Sorge und ihren Willen, nicht bloß an das eigene Wohl zu denken, wirken sie wie Fremdkörper in einer amoralischen Welt.

William Gibsons "Neuromancer"-Trilogie hat an Spannung und Attraktivität in alle den Jahren nichts eingebüßt. Noch immer hat man es mit drei Geschichten zu tun, wie sie verworrener und undurchsichtiger nicht sein können. Doch das gehört dazu, da selbst seine Protagonisten nie wissen, was der Plan ihrer Auftragsgeber ist. Sie sind Handlanger und nur dazu da, um bestimmte Zwecke zu erfüllen.

Klar, in manchen Aspekten ist die Trilogie schlecht gealtert. Japan ist beispielsweise längst nicht die dominante Weltmacht geworden, wie es in den 80ern erwartet wurde. Auch wirkt die Idee sich via Kabel in den Cyberspace einzuklinken schon fast possierlich. Aber wer sich daran stört, der stört sich auch Dingen wie einer bewohnbaren Venus, oder einem Mars, der intelligentes Leben beherbergt. Dabei sind die Romane, in denen diese Aspekte elementarer Bestandteil der Handlung, zeitlose Klassiker. Und das trifft auch auf die "Neuromancer"-Trilogie zu.

Sie ist ein "Klassiker" und verdient daher zu Recht den "Splashhit".



Fazit:

William Gibsons "Die Neuromancer-Trilogie" ist ein Werk von unglaublicher Wucht. Auch wenn manche Aspekte an Gültigkeit verloren haben, bleibt unterm Strich eine Trilogie, die die SciFi enorm weiterentwickelt hat. Der Autor schreibt eine amoralische Welt, die mit kaputten Figuren besiedelt ist. Viele Dinge, die beschrieben werden, können auch heute noch stattfinden. Und man ist von den Protagonisten fasziniert, diesen Antihelden. Ihnen, und den Charakteren, die über Moral verfügen. Ein wahres Meisterwerk, das der Heyne-Verlag jetzt gesammelt herausgebracht hat.



Die Neuromancer-Trilogie - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

William Gibson
Die Neuromancer-Trilogie
Neuromancer/Count Zero/Mona Lisa Overdrive

Übersetzer: Reinhard Heinz, Peter Robert
Erscheinungsjahr: 14. April 2014



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Heyne Verlag

Preis:
€ 9,99

ISBN:
978-3-453-31598-3

1 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Drei spannende Geschichten über Antihelden und Helden
  • Kaputte Welt und kaputtere Protagonisten
  • Vieles, was beschrieben wurde, kann auch heute noch stattfinden
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 14.08.2014
Kategorie: Science Fiction
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