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Sonnentaucher

Story:

Wer hat der Menschheit geholfen, intelligent zu werden? Gab es überhaupt solche Wesen? Die Spur führt in die Tiefen der Sonne.



Meinung:

Der 1935 geborene Erich von Däniken ist eine umstrittene Figur. Er vertritt die These der Prä-Astronautik, die unter anderem aussagt, dass die Götter in Wahrheit Außerirdische sind. David Brin nimmt sich dieser These an, und macht sie zu einem zentralen Thema seines Debüt-Romans "Sonnentaucher".

Das Buch ist bereits älter und wurde 1995 das Erste Mal vom Heyne-Verlag verlegt. Seit Anfang des Jahres existiert jetzt eine Neuauflage. Der Roman ist der Auftakt zu der sogenannten "Uplift"-Saga, deren Fortsetzung Sternenflut bereits seit letztem Jahr wieder erhältlich ist. Die gesamte Reihe, immerhin insgesamt sechs Bände, ist bereits in den 80er und 90er Jahren von diversen Verlagen veröffentlicht worden. Neuauflagen der Romane Drei und Vier, "Entwicklungskrieg" und "Sternenriff" sind angekündigt.

Der Autor wurde 1950 in Glendale, Kalifornien, USA geboren. Er machte 1973 seinen Bachelor in Astrophysik am California Institute of Technology und machte 1978 seinen Master in Angewandter Physik an der University of California, San Diego. 1981 wurde er zum Doktor der Philosophie für Weltraumwissenschaften. Er ist hauptsächlich ein Vertreter der Hard SciFi, der wissenschaftlich fundierten Science Fiction und arbeitet außerdem als Berater unter anderem für die NASA.

Eines Tages hat sich die Menschheit in einem Universum wiedergefunden, das voller Leben war. Eine ganze Gemeinschaft intelligenter, hochentwickelter Außerirdischer existierte dort draußen. Doch das System basierte auf einem Prinzip von Meistern und Dienern. Denn fast alle Spezies wurden von einer anderen in ihrer Entwicklung geholfen. Sie wurden upgeliftet und sahen sich dadurch gezwungen für lange Zeit, als Diener zu arbeiten.

Doch die Terraner stellen eine Ausnahme dar. Es ist unklar, ob sie überhaupt upgeliftet wurden. Denn es gibt keine Spuren. Und durch die Tatsache, dass sie selber mit den Delfinen und Schimpansen bereits selber Spezies zur Intelligenz verholfen haben, kann man sie auch nicht einfach so zu Dienern verpflichten. Doch dann wird ein Hinweis gefunden, dass jemand den Menschen unter die Arme griff. Und zwar findet sich jener ausgerechnet in der Sonne. Und so wird eine Expedition gestartet, mit dem Ziel herauszufinden, ob irgendjemand den Bewohnern der Erde überhaupt geholfen hat.

David Brin hat mit "Sonnentaucher" ein Buch geschrieben, das die Thesen von Erich von Däniken aufnimmt, und sie auf eine eigene Art und Weise interpretiert. Er denkt die Idee mit den Göttern als Außerirdischen weiter und beschreibt eine kosmische Gesellschaft, die aus Meistern und Dienern besteht. Es sind fast abschreckende Beispiele, die er präsentiert, da es mehrere Tausende von Jahren dauern kann, bis sich eine Außerirdische Spezies von Diener selber zum Meister hochgearbeitet hat.

Ein Schicksal, das den Menschen entgangen ist, durch eine Reihe von Zufällen. David Brin beschreibt die Terraner als selbstbewusst. Sie entwickeln Dinge lieber selber, anstatt sich auf die große Bibliothek der Außerirdischen zu verlassen. Dadurch wirken die Menschen sympathisch, auch weil sie sich ihrer Fehler selber bewusst sind. Gleichzeitig agieren sie auch so intelligent, dass sie die schlimmsten, wie das Auslöschen mancher Art, vor den Außerirdischen verheimlichen.

Doch diese so faszinierende Realität muss natürlich auch mit Figuren besetzt werden. Und hier scheitert der Autor auf der ganzen Linie. Denn kein einziger seiner Charaktere wirkt sympathisch. Im Gegenteil: Vor allem der Hauptprotagonist Jacob wirkt so interessant wie ein leeres Blatt Papier. Man kriegt zwar wiederholt Andeutungen über seine Vergangenheit, so muss er wohl als Agent eine wahre Heldentag geleistet haben, die ihm leider das Leben seiner Frau kostete. Doch das ist nichts, was sich dem Leser einprägt.

Hinzu kommt auch noch, dass man nie das Gefühl hat, das die Handlung spannend wird. Es wird einfach zu viel geredet, und jeglicher Ansatz wird zerredet. Man reist zum Merkur, in die Sonne, trifft dort merkwürdige Lebensformen, aber es wird so geschildert, als ob dies eine normale Kaffeefahrt wäre, bei der nur ein paar Hindernisse auftauchen würden. Man hat nie das Gefühl von Dramatik oder von einem sich zuspitzenden Plot.

"Sonnentaucher" hat Potential und weiß es nicht zu nutzen. Deshalb die Bewertung: "Für Zwischendurch".



Fazit:

David Brin nimmt sich in "Sonnentaucher" der These Erich von Dänikens an, das die Götter in Wahrheit Außerirdischen waren. Er spinnt daraus seinen eigenen Plot und erschafft ein interessantes Universum. Dabei kommt der Menschheit eine Sonderrolle zu, die er sympathisch darstellt. Allerdings gilt das nicht für die Protagonisten, die langweilig wirken. Und jeglicher Ansatz von Spannung wird gleich innerhalb der Handlung zerredet.



Sonnentaucher - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

David Brin
Sonnentaucher
Sundiver

Übersetzer: Rainer Schmidt
Erscheinungsjahr: 13. Januar 2014



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Heyne Verlag

Preis:
€ 9,99

ISBN:
978-3-453-31538-9

448 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Interessantes Universum
  • Sympathische Menschheit
Negativ aufgefallen
  • Langweilige Protagonisten
  • Unspannende Handlung
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Rezension vom: 11.07.2014
Kategorie: Science Fiction
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