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Der schwarze General: Das Leben des wahren Grafen von Monte Christo

Story:

Zur Zeit der französischen Revolution war Alex Dumas einer der bekanntesten und erfolgreichsten Generäle. Dabei war das besondere, dass er ein Farbiger war. Doch unter Napoleon Bonaparte fiel er in Ungnade. Sein Leben war die Vorlage für "Der Graf von Monte Cristo".



Meinung:

Alexandre Dumas ist vielen als Autor von Werken wie "Die Drei Musketiere" oder "Der Graf von Monte Cristo" bekannt. Was allerdings vermutlich nur wenige wissen dürften ist, dass er ein Farbiger war und Zeit seines Lebens immer wieder mit rassistischen Vorurteilen zu kämpfen hat. Was noch weniger bekannt sein dürfte ist, dass sein Vater Alex Dumas, ebenfalls ein Farbiger, in der Zeit der französischen Revolution ein erfolgreicher General war. Sein Leben bildete die Vorlage für den "Grafen".

Der Amerikaner Tom Reiss hat jetzt in seinem Buch "Der schwarze General: Das Leben des wahren Grafen von Monte Cristo" eine Biografie über diese Person geschrieben. Er wurde 1964 in New York geboren und studierte in Harvard. Nach seinem Abschluss hatte er verschiedene Jobs über der ganzen Welt, wie Barkeeper oder Mitglied einer japanischen Rockband. 1989 studierte er an der Universität von Texas kreatives Schreiben und begann sich dann auf Spurensuche nach Deutschland, um mehr über seine Vorfahren zu erfahren. Er ist Autor unter anderem beim "Wall Street Journal" und hierzulande durch sein Buch "Der Orientalist" bekannt. "Der schwarze General" wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Das Buch ist mehr als nur eine Biographie von Alex Dumas. Es ist gleichzeitig ein Bericht über die Recherchen, die Tom Reiss unternommen hat. Man erfährt außerdem mehr über das Frankreich kurz vor der und während der französischen Revolution. Und auch Saint-Domingue, das heutige Haiti, kommt vor.

Das ist natürlich jede Menge Material, dass er da verarbeiten muss. Und doch gelingt es ihm problemlos, die richtigen Schwerpunkte zu setzen, so dass man als Leser nicht das Gefühl hat, dass Herr Reiss etwas vernachlässigt. Hauptsächlich dreht sich natürlich alles um Alex Dumas, den titelgebenden "Schwarzen General".

Von Anfang bis Ende begleitet man eine Persönlichkeit, die zu Recht noch zu Lebzeiten eine Legende war. Tom Reiss gelingt es, das Charisma und Talent von Alex Dumas perfekt wiederzugeben. Man wird schnell diese Persönlichkeit respektieren. Und kann es dann nicht fassen, was ihm nach einer gelungenen Karriere wiederfahren ist. Vor allem die Tatsache, dass er verarmt und vergessen starb, wirft ein fatales Licht auf die Entwicklung, die Frankreich im Umgang mit seiner Hautfarbe durchlief.

Auch dies ist nämlich interessant zu lesen. Man erfährt etwas über ein Frankreich, in dem es für kurze Zeit keine Rassenschranken gab, und jedermann, im wahrsten Sinne des Wortes, gleichberechtigt war, ungeachtet seiner Hautfarbe. Und es tut weh davon zu erfahren, wie diejenigen unter den führenden Personen nach einiger Zeit wieder daran arbeiteten, diese Entwicklung rückgängig zu machen.

Wiederholt baut der Autor dabei Zitate aus den Werken Alexandre Dumas ein. Stellen aus "Der Graf von Monte Cristo" oder der Biografie des Autors sind so eingestreut und werden von Tom Reiss auf historische Genauigkeit analysiert. Meistens wird klar, dass der bekannte Schriftsteller bei der Darstellung einer bestimmten Szene übertrieben hatte. Doch gleichzeitig macht Reiss klar, dass das Dargestellte durchaus auf realen Ereignissen beruht. Diese speziellen Passagen lockern den Text auf und sind Highlights der Biografie.

Ein rundum perfektes Buch also? Nicht ganz. Denn es fehlen Abbildungen des Generals. Es gibt Gemälde, in denen er zu sehen ist. Das erfährt man aus dem Text. Doch leider wurden sie nicht mit abgedruckt. Stattdessen muss man sich mit einem langweiligen Cover begnügen, welches eine moderne Darstellung von Alex Dumas zeigt.

Doch das ist nur ein kleiner Schönheitsfehler. Denn abgesehen davon ist das Buch rundum gelungen. Ein "Klassiker", den man sich kaufen sollte!



Fazit:

Tom Reiss "Der schwarze General: Das Leben des wahren Grafen von Monte Cristo" ist ein interessantes Buch. Erzählt wird die Geschichte des Vaters des bekannten Schriftstellers Alexandre Dumas, Alex Dumas. Und die ist hochinteressant. Der Autor deckt dabei mehrere Aspekte ab: Man erfährt nicht nur was über das Leben des Generals, sondern auch etwas über das vorrevolutionäre und revolutionäre Frankreich als auch Saint-Domingue, das heutige Haiti. Dabei werden wiederholt Zitate aus den Werken Alexandres Dumas eingebaut, die den Text auflockern. Schade nur, dass keine zeitgenössischen Bilder des Generals eingebaut wurden. Dass solche existieren, erfährt man aus dem Text.



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Tom Reiss
Der schwarze General: Das Leben des wahren Grafen von Monte Christo
The Black Count. Glory, Revolution, Betrayal and the Real Count of Monte Cristo

Übersetzer: Thomas Pfeiffer, Karin Schuler
Erscheinungsjahr: 1. September 2013



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
dtv

Preis:
€ 24,90

ISBN:
978-3-423-28017-4

544 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Interessantes Porträt des wahren Grafen von Monte Cristo
  • Porträt des vorrevolutionären und revolutionären Frankreichs und Saint-Domingue
  • Zitate von Alexandre Dumas
Negativ aufgefallen
  • Keine Abbildungen von zeitgenössischen Darstellungen des Schwarzen Generals
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Rezension vom: 14.02.2014
Kategorie: Biographien
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