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Ich war acht und wollte leben: Eine Kindheit in Zeiten der Shoah

Story:

Als der zweite Weltkrieg begann, war Heinrich Schönker neun Jahre alt. Er lebte mit seiner Familie in Auschwitz und erlebte den Schrecken der Nazi-Herrschaft am eigenen Leib mit. Das, was er sah und mitkriegte, erzählt er in seiner Erinnerung an jene Zeit.



Meinung:

Langsam aber sicher verlieren wir die letzten Zeugen jener schrecklichen Jahre aus dem 20. Jahrhundert, aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. Es ist einfach Teil der Natur, das selbst jene, die damals noch Kinder waren, langsam sich dem Ende ihres Lebens nähern. Umso wichtiger ist es, dass ihre Erinnerungen für die Nachwelt aufbewahrt werden. Genauso wie es Heinrich Schönker macht. Mit seinem Buch "Ich war acht und wollte leben" erinnert er sich an jene Zeit, als er als Kind den zweiten Weltkrieg und die Terror-Herrschaft der Nazis miterlebte.

Der Autor wurde 1931 in Krakau geboren und studierte nach Ende des Krieges in seiner Heimstadt Ingenieurswissenschaften. Mit der Familie wanderte er 1955 nach Österreich aus. Von dort aus emigrierten sie nach Israel, wo sie schnell heimisch wurden.

In Deutschland ist man die allgegenwärtige Konfrontation mit den Schrecken des zweiten Weltkrieges gewohnt. Regelmäßig wird man daran erinnert, was die Nazis damals der Welt und den Juden antaten. Es entsteht ein Gewöhnungseffekt, durch den man die Schuld zwar wahrnimmt und akzeptiert, sich aber insgeheim fragt, wie lange eben jene, die wir Deutschen auf uns luden, noch andauert. Zum Glück kommen dann Bücher wie die Erinnerungen von Heinrich Schönker daher, die deutlich machen, dass es für diese vergangenen Taten kein Ablaufdatum gibt, ab dem man schuldfrei ist.

Eindringlich beschreibt er seine Erinnerungen. Und viele Male schockiert er den Leser. Etwa, wenn er davon erzählt, wie er miterlebte, dass die Nazis praktisch vor seinen Augen den damals bekannten, jüdischen Charakterdarsteller John Gottow erschossen. Solche Szenen prägen den Eindruck des Buches und führen oft dazu, dass man mit dem Lesen eine Weile aufhören muss, um das Gelesene zu verarbeiten.

Dabei ging es Heinrich Schönker noch relativ gut. Sein Vater war ein bekannter Maler und durfte viele Nazis porträtieren. Im Gegenzug erhielt er viele Privilegien. Doch irgendwann mussten auch er und seine Familie ins KZ. Auch für sie gab es keine Verschonung.

Doch hätte man die Juden retten können? Das ist die zentrale Aussage der Biographie. Laut Aussage von Schönker hätten viele Juden aus Ostschlesien gerettet werden können, wenn die westlichen Staaten, wie die USA mehr Interesse daran gezeigt hätten. Damit wären auch Nazis wie Adolf Eichmann einverstanden gewesen. Eine gewagte Aussage? Man könnte vom bloßen Lesen her der Auffassung sein. Wäre da nicht das Nachwort, in dem der Autor fünf unwiderlegbare Beweise darlegt, die die Theorie zu einer wahren Begebenheit werden lässt.

Eindringlich vermittelt Heinrich Schönker seine Erlebnisse und Erinnerungen dem Leser. Man lernt die Menschen kennen, mit denen er zusammenlebte. Schicksale wie das von Adàs, der Briefmarken sammelte, oder Francis, die vor dem Tod keine Angst hatte, gehen einem nahe. Selbst wenn man das Buch durch hat, wird man diese Menschen und ihre Schicksale nicht so leicht vergessen.

"Ich war acht und wollte leben" ist ein eindringliches Buch geworden. Eines, das jeder besitzen sollte! Es ist ein "Klassiker" und ein "splashhit".



Fazit:

"Ich war acht und wollte leben" ist eine eindringlich geschriebene Autobiografie, in der sich Heinrich Schönker an seine Kindheit zur Zeit der Shoah erinnert. Das Buch bedrückt und beeindruckt gleichermaßen. Man wird es so schnell nicht weglegen können, vor allem weil man die Schicksal der Menschen nicht vergessen kann. Ein Pflichtkauf!



Ich war acht und wollte leben: Eine Kindheit in Zeiten der Shoah - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Heinrich Schönker
Ich war acht und wollte leben: Eine Kindheit in Zeiten der Shoah
Dotkniecie aniola

Übersetzer: Krzysztof und Sabine Lipinski
Erscheinungsjahr: 15. September 2008



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Patmos

Preis:
€ 18,99

ISBN:
978-3-491-35023-6

235 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Eindrucksvoll geschrieben
  • Bedrückend und Beeindruckend
  • Ein Buch, dass man nicht so schnell vergißt
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Rezension vom: 02.12.2012
Kategorie: Rezensionen
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