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Worm: Der erste Digitale Weltkrieg

Story:

Der Name "Conficker" steht für einen der am meisten verbreitetesten Computerwürmer. Das Schadensprogramm infizierte weltweit Millionen von Rechnern. Und nur eine Gruppe von Experten war in der Lage, den Kampf gegen den Wurm aufzunehmen.



Meinung:

Das das Internet beileibe kein harmloser Ort zum Abhängen ist, dürfte jedem klar sein, der es häufig nutzt. Man muss eigentlich auf alles achten, was man online tut. Denn schon die kleinste Nachlässigkeit kann ausreichen, um sich ein Schadensprogramm einzufangen. Wie es beispielsweise der Conficker-Wurm war. Mark Bowden beschreibt in seinem Buch "Worm: Der erste Digitale Weltkrieg", wie jenes Programm sich damals verbreitete und wie eine Gruppe von Experten den Kampf gegen ihn aufnahm.

Der Autor ist einer der berühmtesten US-Journalisten. Er wurde 1951 geboren und ist neben seiner Arbeit als Schriftsteller auch Redakteur bei der Zeitschrift "Vanity Fair". Er hat einen Abschluss an Loyola Universität Maryland und schrieb im Laufe der Jahre für so namenhafte Magazine wie "The New Yorker" oder den "Rolling Stone". Bekannt ist er unter anderem für sein Buch "Black Hawk Down", welches von Ridley Scott 2001 verfilmt wurde.

Es ist bis heute in Mysterium, wer hinter dem Conficker-Wurm steckt. Klar ist nur, dass der oder die Verantwortlichen ein Werkzeug erschufen, welches bis heute als eine der gefährlichsten und am weitesten verbreiteten Computerwürmer aller Zeiten gilt, auch wenn oder gerade weil es sein ganzes Potential nie wahrnahm. Es gibt Vermutungen und Hinweise auf den oder die Schöpfer, doch handelt es sich hierbei nicht um handfeste Beweise.

Gleichzeitig stellt sich auch die Frage, was für Menschen die Leute sind, die Jagd auf solche Schadprogramme machen. Das Buch liefert darauf eine eindeutige Antwort. Es sind Männer, die ihr ganzes Leben mit Computern verbracht haben. Und sie selbst sehen sich als Rancher, die sozusagen auf ihre Weide aufpassen. Dazu passt, dass einige von ihnen sich auch wie Cowboys kleiden.

Mark Bowden liefert in seinem Buch einen sehr spannenden Einblick hinter die Kulissen. Seine anschaulichen Berichte beruhen auf Interviews, die er mit den Hauptpersonen führte. Dabei scheut er sich nicht davor zurück, auch die jeweiligen Egos schonungslos darzustellen. Denn manche dieser Conficker-Jäger verfügen über ein sehr gesundes Selbstbewusstsein und stoßen mit ihrer Art und Weise bei anderen übel auf. Doch am Ende ist es immer noch eine eingeschworene Gemeinschaft, die bei dem Versuch eine Katastrophe zu verhindern ständig neue Wege gehen müssen.

Und so ist das interessanteste am Buch auch die verschiedenen Enthüllungen von denen Mark Bowden zu berichten weiß. Die Tatsache, dass die USA zu jenem Zeitpunkt über keine geeignete Abwehrmaßnahme gegenüber solchen Schadprogrammen besaß, ist mindestens genauso atemberaubend, wie die Dreistigkeit einiger der staatlichen Behörden sich mit fremden Federn zu schmücken. Doch unterm Strich müssen sie angesichts der Bedrohung mit den Conficker-Bekämpfern zusammenarbeiten.

Angesichts des Themas ist es nicht selbstverständlich, dass man als Leser sich mit den verschiedenen Fachwörtern auskennt. Mark Bowden weiß dies und hat ein Glossar der wichtigsten Begriffe am Ende des Buches eingebracht. Auch versucht er im Haupttext selber Erklärungen zu liefern, wenn es nötig ist.

Doch leider schafft er es nicht immer die passende Stelle zu finden. Einige Erläuterungen, wie die Definition eines Wurmes und seines historischen Ursprungs, hätte man sich weiter vorne gewünscht, anstatt hinten im Text. Auch braucht es eine Weile, bis man in dem Buch drinnen ist. Denn vor allem zu Beginn schreibt Mark Bowden sehr weitschweifig und liefert Erklärungen ab, die keinen interessieren. Wenn er beschreibt, wie der Arbeitsort eines der Conficker-Bekämpfer aussieht, trägt dies nicht zum Geschehen bei, sondern ist vielmehr eine äußerst unnötige Information.

Dennoch, so muss man sagen, liest sich "Worm" nach dem lahmen Beginn sehr spannend. Ist man nämlich einmal drinnen, will man so schnell nicht mehr aufhören. Daher ist das Buch zum "Reinschauen" zu empfehlen.



Fazit:

Mark Bowden beschreibt in seinem Buch "Worm: Der erste Digitale Weltkrieg", wie eine Gruppe von Experten den Kampf gegen den Computerwurm Conficker aufnahm. Der Band ist vor allem ein sehr spannender Eindruck hinter die Kulissen. Dabei stellt der Autor nicht nur die Art und Weise vor, wie die Experten bei ihrer Arbeit vorgingen, sondern auch, was für Menschen diese Leute sind. Sehr schön ist auch das umfangreiche Glossar, mit sehr vielen einleuchtenden Erklärungen. Leider schaffte es der Schriftsteller nicht, diese Definitionen auch an dem passenden Ort im Text einzubauen. Auch neigt er besonders am Anfang dazu, sehr weitschweifend zu schreiben, wobei er auch unnötige Informationen liefert.



Worm: Der erste Digitale Weltkrieg - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Mark Bowden
Worm: Der erste Digitale Weltkrieg
Worm. The Story of the First Digital World War

Übersetzer: Thomas Pfeiffer
Erscheinungsjahr: 25. Februar 2012



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Berliner Taschenbuch Verlag

Preis:
€ 19,90

ISBN:
978-3-8270-1065-0

288 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Hochinteressant geschrieben
  • Stellt die Kämpfer im Kampf gegen Conficker vor
  • Spannender Einblick hinter die Kulissen
Negativ aufgefallen
  • Zu Beginn sehr weitschweifig geschrieben
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Rezension vom: 17.07.2012
Kategorie: Erlebnisberichte und Tagebücher
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