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Perry Rhodan Taschenheft 16: Der lange Weg der SOL

Story:

Das Generationenraumschiff SOL ist auf dem Weg zur Galaxis Varnhagher-Ghynnst. Doch sie wird unterwegs abgefangen. Etwas oder jemand scheint es auf Atlan abgesehen zu haben, und das Sternenschiff ist ihm dabei Mittel zum Zweck. Und so kommt es zum Kampf zwischen dem Unsterblichen und den Kidnappern.



Meinung:

Eines der langlebigsten Spin-Offs der "Perry Rhodan"-Romanserie war die "Atlan"-Reihe. Erzählt wurden die Abenteuer des arkonidischen Unsterblichen. Allerdings waren diese von höchst unterschiedlicher Qualität. Teilweise tendierte die Serie sogar zum Fantasy-Genre hin. Gegen Ende ihres Lebens standen jedoch die Abenteuer des Titelhelden auf dem legendären Generationenraumschiff SOL im Mittelpunkt und die Handlung nahm immer esoterische Töne an. Mit der Nummer 850 wurde dann die Serie eingestellt. Das Ende kam abrupt und ließ viele Fragen offen, da viele Ereignisse nur nebenbei abgehandelt wurden. Als "Der lange Weg der SOL" damals das erste Mal erschien, war es das Ziel jenes Taschenbuchs, einige der Geschehnisse ausführlich darzustellen.

Geschrieben wurde das Heft von Peter Griese. Der 1996 verstorbene Autor war von 1980 bis zu seinem Tod langjähriges Mitglied des Perry Rhodan-Autorenteams. Doch auch mit Atlan war er sehr verbunden. Er war bei der klassischen Serie von den Bänden 533 bis Nummer 850 für die Exposees zuständig.

Atlan ist mit der SOL auf den Weg zur Galaxis Varnhagher-Ghynnst. Doch nach einer Überlichtetappe bemerkt er, dass das Schiff nicht dort herauskam, wo es eigentlich herauskommen sollte. Schnell stellt sich heraus, dass eine unbekannte Entität das Raumschiff manipuliert hat. Es spricht von einer Prüfung und von zehn Sprossen, die der Unsterbliche sammeln soll.

Und die Herausforderungen beginnen praktisch sofort. Ständig sieht sich Atlan neuen Gefahren ausgesetzt, die er nur mit der Besatzung der SOL überstehen kann. Dabei überstehen nicht alle seine Gefährten die Konfrontation. Allen Begegnungen ist gemeinsam, dass die Gegenspieler von dem Unsterblichen wissen wollen, woher sie stammen. Eine Frage, die er nicht beantworten kann.

Für "Atlan"-Fans, die auch die Heftserie gelesen haben, dürfte dieses Taschenheft ein Vergnügen zu lesen sein. Viele Begriffe und Namensnennungen werden bei ihnen Erinnerungen wach rufen. Doch für die Leser, die die Romanserie damals nicht kauften beziehungsweise heute nicht viel Wissen über sie besitzen, liest sich die Ausgabe schon anders. Man merkt, dass es sich hier um einen unterschiedlichen "Kosmos" handelt, als den, den man aus Erstauflage her kennt. Namen wie "Ticker" oder "Federspiel", Sprossen, die aus "Jenseitsmaterie" bestehen… Man hat beim Lesen ein vollkommen anderes Gefühl, als wenn man die Erstauflage liest, deren Begrifflichkeiten besonders durch William Voltz geprägt wurden. Und es liest sich auf jeden Fall interessant.

Was man nun nicht unbedingt über die eigentliche Handlung sagen kann. Auch wenn man den Hintergrund hinter diesem Roman kennt, fallen einem doch deutliche Schwachpunkte auf. Der Autor scheint das Bedürfnis zu haben, jede Menge Ereignisse in seine Story einzubauen, ohne sich jedoch die Mühe zu machen, sie ordentlich zu entwickeln.

Das fällt schon auf den erst 50 Seiten auf, wo man Atlans Begleiter Ticker kennenlernt. Ein psibegabtes Adlerwesen, welches den Unsterblichen unterstützt, und dann schon bald darauf stirbt. Das Ereignis wird kurz und schnell abgehandelt und dann geht es mit der Handlung schon weiter. Es fehlt der Moment des Innehaltens, um den Tod des Gefährten entsprechend zu würdigen.

In einem unglaublichen Tempo begegnet Atlan den verschiedenen Entitäten, die die Sprossen bilden und besiegt sie und sammelt so die Objekte ein. Das hat zur Folge, dass so recht keine Spannung aufkommen will. Denn sie werden nur aufs nötigste charakterisiert und können daher nicht überzeugen.

Schade. Denn mit ein wenig mehr Platz hätte man durchaus mehr aus der Handlung machen können. So ist diese Ausgabe allerdings "Nur Für Fans" empfehlenswert.



Fazit:

Peter Grieses "Der lange Weg der SOL" leidet darunter, dass der Autor zu viel Handlung in zu wenig Platz reinzwängen will. Und so wird innerhalb von 161 Seiten nicht der Kampf gegen 20 Entitäten untergebracht, sondern auch die Auswirkungen auf Atlan und seine Freunde. Dadurch nimmt der Plot einen gehetzten Eindruck an, und Momente wie der Tod von Ticker gehen unter. Schade, denn Peter Grieses Atlan-Universum klingt vielversprechend anders, als das Perryversum. Da hätte man mehr draus machen können.



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Peter Griese
Perry Rhodan Taschenheft 16: Der lange Weg der SOL
Erscheinungsjahr: 13. Januar 2012



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Pabel Moewig Verlag

Preis:
€ 3,90

161 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Ein etwas anderes Universum, als das der Erstauflage
Negativ aufgefallen
  • Zuviel Handlung auf zu wenig Raum
  • Charaktere werden nicht entwickelt
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Rezension vom: 10.03.2012
Kategorie: Science Fiction
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