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The Rails 3 Way

Story:
Die schön gestalteten Texte und Bilder, die man beim Browsen durch das Web sieht, sind in vielen Fällen "nur" die Oberfläche, hinter der eine komplexe Maschinerie werkelt. Ob man ein Online-Magazin wie Splashbooks liest, in einem Online-Shop einkauft, einen Blogbeitrag kommentiert oder in einem sozialen Netzwerk Kontakte knüpft, im Hintergrund arbeitet oft eine sogenannte Webanwendung. Ruby on Rails ist ein Framework, das die Entwicklung solcher Webanwendungen erleichtert, indem es dem Programmierer ein Grundgerüst zur Verfügung stellt und ihn damit von vielen Routinearbeiten entlastet. Obie Fernandez gibt einen umfangreichen Überblick über die Version 3 von RoR.

Meinung:
Seit im Jahr 2004 die erste Version von Ruby on Rails erschienen ist, gewinnt das Webframework immer mehr Fans. Dazu beigetragen haben unter anderem die Programmiersprache Ruby, in der RoR geschrieben ist, und die man auch zum Programmieren von Webanwendungen mit Rails verwendet. Andere gewichtige Argumente sind Prinzipien wie Convention over Configuration (sprich, "wenn Du etwas so machen willst, wie es gewöhnlich gemacht wird, brauchst Du das nicht extra zu sagen, Du kannst es aber auch anders machen") oder die vielen Helfer und Komponenten, die sich leicht in ein Rails-Projekt integrieren lassen.

Aber auch mit Ruby on Rails entsteht eine Webanwendung nicht auf Knopfdruck, und man muss als Webentwickler wissen was man tut. Obie Fernandez hat mit "The Rails 3 Way" eine gute Informationsquelle dazu geschrieben. Der Autor beschäftigt sich mit Computern, seit er in den 1980ern sein ersten Commodore VC-20 bekam. Seit 2005 ist er in der Ruby on Rails-Community aktiv. Er ist Gründer und CEO der Firma Hashrocket, die maßgeschneiderte Webanwendungen entwickelt, auch im großen Maßstab oder für kritische Anwendungsbereiche.

Das Buch richtet sich ausdrücklich nicht an Anfänger im Umgang mit Ruby on Rails. Hier wird kein "Hello World"-Projekt erklärt oder die Prinzipien hinter MVC (Model – View – Controller, ein Prinzip zur internen Strukturierung einer Webanwendung) erläutert. Stattdessen gibt es es auf über 700 Seiten geballte Informationen über RoR, insbesondere im Hinblick auf die im Sommer 2010 erschienene Version 3. In zwanzig Kapiteln bespricht Fernandez Themen wie die grundsätzliche Konfiguration der verschiedenen Environments, Routing, die Beachtung von REST-Prinzipien, Details zu Modellen und zur Validierung von Daten, Views (die Oberfläche, die man im Browser sieht), Authentifizierung und Autorisierung von Benutzern (wen hat man vor sich und worauf soll er Zugriff haben), die Performance von Rails-Anwendungen, automatisierte Tests und BDD (behaviour driven development, ein Entwicklungsverfahren, bei dem zunächst das gewünschte Verhalten der Anwendung beschrieben wird und danach der eigentliche Code, der automatisch darauf geprüft werden kann, ob er das erwartete Verhalten zeigt), die Erweiterung von Rails mit Plugins oder das Verarbeiten von Daten im Hintergrund.

Die Informationsdichte ist dabei sehr hoch. Fernandez hat hier weniger ein Lehrbuch im klassischen Sinn geschrieben, sondern eher ein Informations- und Nachschlagewerk für Entwickler mit zumindest ein bisschen Erfahrung im Umgang mit Rails. "The Rails 3 Way" wird für viele von ihnen das Buch sein, das mit Lesezeichen zum schnellen Wiederfinden versehen immer griffbereit neben der Tastatur steht. Wie ging das gleich wieder mit den Observern, die die automatisch auf bestimmte Ereignisse reagieren? Wie war noch die genaue Syntax, um sicherzustellen, dass der Benutzer in einem Eingabefeld auch etwas eingegeben hat? Oder wie stellt man im Detail eine 1:n-Verknüpfung zwischen Modellen her, etwa "Eine Kategorie enthält viele Produkte"? Für solche Fragen ist das Buch eine wertvolle Informationsquelle.

Es spricht aber auch nichts dagegen, das Buch einmal von vorne bis hinten durchzuarbeiten. Auch erfahrene RoR-Entwickler dürften dabei noch Neues erfahren, nicht zuletzt weil Rails 3 doch einiges an Neuerungen und Verbesserungen mitgebracht hat. "The Rails 3 Way" eignet sich gut dazu, sich gründlich und im Zusammenhang mit Themen zu beschäftigen, über die man bisher nur hier und da stückweise etwas beispielsweise in Blogs gelesen hat. Naturgemäß kann es als gedrucktes Buch nicht auf dem aller-allerneuesten Stand sein; etwa die mit Ruby on Rails 3.1 vor einigen Monaten eingeführte Asset Pipeline oder die Möglichkeit, Einträge in den Logdateien mit Schlüsselbegriffen unterscheidbar zu machen (Tagged Logger), die das gerade als Vorabversion erschienene Rails 3.2 mitbringt. Aber das mindert den Wert des Buches nur marginal, und man kann davon ausgehen, dass Fernandez solche Neuerungen in späteren Fassungen seines Buches berücksichtigen wird. Schließlich ist "The Rails 3 Way" selbst der Nachfolger seines erfolgreichen "The Rails Way". In der schnellebigen Welt der Softwareentwicklung veralten eben auch Bücher schneller als in anderen Gebieten.

Eine nette Idee sind die Anmerkungen anderer Experten. Optisch vom Text abgesetzt stellen die kurzen Einwürfe andere Sichtweisen dar, geben Empfehlungen oder lassen manchmal sogar ein wenig Diskussionsatmosphäre aufkommen. Dabei ist es nur ein kleiner Schönheitsfehler, dass im Buch nicht erläutert wird, wer "Xavier" (Xavier Noria), "Courtenay" (Courtenay Gasking) und so fort eigentlich sind. Die kleine Liste auf der Impressumsseite mit den "technical reviewers", die es im Vorgänger noch gab, ist in "The Rails 3 Way" offenbar entfallen. Aber wer sich einige Zeit in der Rails-Community bewegt, wird diesen Namen ohnehin früher oder später begegnen.

Eine deutsche Übersetzung des englischsprachigen Buches liegt bisher nicht vor. Allerdings ist der Text auch für deutsche Leser gut zu verstehen, wenn man zumindest ein nicht zu lange verschüttetes Schulenglisch mitbringt.

Fazit:
Der Ruby on Rails-Experte Obie Fernandez hat in "The Rails 3 Way" eine Fülle an Informationen über das Web Development Framework zusammengetragen, die auch erfahrenen RoR-Entwicklern etwas Neues bieten dürfte. Das Buch hat gute Chancen, zum ständigen Begleiter während der Arbeit mit Rails zu werden, ebenso wie zur wertvollen Quelle, um bestimmte Themen gezielt und im Zusammenhang durchzuarbeiten.

The Rails 3 Way - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Obie Fernandez
The Rails 3 Way
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2010



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Addison-Wesley

Preis:
€ 33,95

ISBN:
978-0321601667

708 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Geballte Informationen rund um Rails 3
  • Ein auch für non-native speaker gut zu verstehendes Englisch
  • Einwürfe anderer Experten bieten zusätzliche Informationen und Sichtweisen
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 01.01.2012
Kategorie: Natur, Wissenschaft und Technik
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