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Ice Man: Bekenntnisse eines Mafia-Killers

Story:

Richard Kuklinski war einer der grausamsten Mafia-Killer in den USA. Mehrere Menschen hat er ohne großartige Gefühle umgebracht, bis er schließlich gestellt wurde. Die wahren Ausmaße seiner Taten wurden erst nach und nach bekannt. Sie schockierten und faszinierten gleichermaßen. Und nun liegt die Lebensgeschichte dieses Serienkillers vor.



Meinung:

Jack the Ripper, Fritz Haarmann oder Charles Manson: Serienmörder, die besonders brutal vorgingen und sich lange vor der Polizei verstecken konnten, faszinieren die Menschen zu jeder Zeit. Man fragt sich, was geht in ihren Köpfen vor, was macht sie zu dem, was sie sind? Die Antwort ist meist eine grausame Kindheit.

So eine hat auch Richard Kuklinski erlebt. Sein Vater war ein Alkoholiker, der seine Familie oft und regelmäßig schlug. Eines Tages brachte er sogar den älteren Bruder von Richard um, ohne dass es Konsequenzen gab. Seine Mutter war auch keine Hilfe, weil sie alles stoisch ertrug und Zuflucht in der Religion suchte. Auch in der Kirche wurde der Junge immer wieder misshandelt. Dies alles trug dazu bei, das in ihm ein großer Zorn entstand, der sich eines Tages in seinem ersten Mord entlud.

Diesem folgten bald mehrere, manche von ihnen im Auftrag der Mafia, andere auch nur so. Mit der Zeit wurde Richard immer grausamer und brutaler. Er liebte es, seine Opfer lebendig den Ratten zum Fraß vorzuwerfen und dabei zu filmen, wie die Menschen dabei elendig zu Grunde gingen. Bald war er einer der angesehensten Auftragsmörder der Cosa Nostra, der seine Aufträge immer zur vollen Zufriedenheit des Mobs erledigte. Gleichzeitig war er aber auch ein verheirateter Mann, der seine Familie liebte, auch wenn er regelmäßig seine Frau schlug. Denn auch er hatte die brutale Ader seines Vaters geerbt.

Der US-Journalist und Autor Philip Carlo hat das Leben des "Ice Man", wie Richard auch genannt wurde, niedergeschrieben. Er litt an amyotropher Lateralsklerose, einer degenerativen Erkrankung des Nervensystems, die ihn letzten Endes am achten November 2010 das Leben kostete. Zwar schrieb er auch Romane, doch hauptsächlich bestand sein Werk aus Biographien bekannter Serienmörder. "Ice Man" ist sein einziger hierzulande erschienener Band.

Wie viel Grausamkeit kann ein Mensch ertragen, ohne abzustumpfen? Was muss man alles gesehen und getan haben, um das letzte bisschen Menschlichkeit zu verlieren? Dies sind die Fragen, die einem durch den Kopf schießen, wenn man die Biographie von Richard Kuklanski liest. Und die Antworten sind alles andere als beruhigend.

Ohne Zweifel ist man fasziniert von dem "Ice Man". Man hat es hier einem hochgradig psychopatischen Serienkiller zu tun, dessen Charakter gleichzeitig auch schon fast schizophrene Züge aufwies. Denn während er Männer ohne mit der Wimper zu zucken umbrachte, hatte er einen Ehrenkodex, der es ihm verbot, Frauen und Kinder zu töten. Gleichzeitig machte er aber auch seinen Sprösslingen klar, dass er sie umbringen müsste, wenn sie dahinter kämen, was er wirklich für einen Beruf ausübt.

Verspürt man als Leser Mitleid mit ihm? Stellenweise kommt dieses Gefühl auf, vor allem wenn man von seiner brutalen und grausamen Kindheit liest. Doch diese Emotionen verblassen recht schnell, als Richard wieder kaltblütig einen Mord ausübt.

Eigentlich müsste man meine, dass so eine Biographie eine große, inhaltliche Wucht ausüben kann. Doch leider wird diese schon im Ansatz erstickt, da man sehr bald genug von den Taten Richard Kuklinskis hat. Man wird von der Masse an Morden, die dieser ausgeübt hat, förmlich erstickt. Man kann nicht mehr, und die weitere Schilderung geht auf die Nerven. Es wiederholt sich zu sehr.

Dies trifft auch auf bestimmte Aussagen zu. Immer wieder wird der Hass betont, den Richard gegenüber eines bestimmten Mafiamitglieds hat, und wie er sich danach sehnt, ihn endlich umzubringen. Auch stört wie oft betont wird, dass der "Ice Man" gerne seinen Vater umbringen würde. Es sind zwar nur kleine Details, die so oft erneut betont werden. Doch mindert dies ihre Wirkung.

Schade eigentlich, denn die Biographie hat eigentlich das Potential zu mehr gehabt. Aber so ist es nur eine kleine Lektüre "Für Zwischendurch".



Fazit:

Philip Carlo beschreibt in seiner Biographie "Ice Man" das Leben von Richard Kuklinski. Jener ist einer der besten Mafia-Killer gewesen, ehe er schließlich nach langer Zeit geschnappt werden konnte. Detailliert geht der Autor auf die vielen Taten des Mörders ein, erreicht damit jedoch nur das Gegenteil von dem was er eigentlich wollte: Anstatt fasziniert zu lesen hat man schon bald genug von dem Band. Es wiederholt sich alles stark, darunter auch immer wieder bestimmte Aussagen. So ist das Buch eher mittelmäßig.



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Philip Carlo
Ice Man: Bekenntnisse eines Mafia-Killers
The Ice Man. Confessions of a Mafia Contract Killer

Übersetzer: Vanessa Lamatsch
Erscheinungsjahr: Mai 2011



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Piper

Preis:
€ 9,95

ISBN:
978-3-492-26434-1

512 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Ein faszinierender Einblick in die Psyche eines Serienkillers
Negativ aufgefallen
  • Es wiederholt sich alles viel zu sehr
Die Bewertung unserer Leser für dieses Book
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 18.07.2011
Kategorie: Biographien
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