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Der Veteran

Story:

Jakob Douglas ist ein ehemaliger Soldat, der im Kampf gegen SIE gedient hat. Als nun ein Mitglied dieser Spezies es schafft, auf die Erde zu gelangen, wird er reaktiviert, mit der Anweisung es zu jagen und zu töten. Doch schnell wird klar, dass die Dinge anders liegen als gedacht. Und so muss der Veteran entscheiden, ob er seinen Befehlen folgt oder sich gegen sie entscheidet.



Meinung:

Der Begriff "Cyberpunk" bezeichnet eine Unterart der Science Fiction, die durch William Gibsons "Neuromancer" und dem Pen & Paper-Rollenspiel "Shadowrun" bekannt wurde. Es geht um eine eher düstere Zukunft, in der Mega-Konzerne die Macht an sich gerissen haben, Menschen in den Cyberspace eintauchen können und der menschliche Körper durch diverse mechanische Geräte "vercybert" werden kann. Doch ein Großteil der Romane, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzten, konzentrierte sich eher auf die Geschehnisse auf der Erde. Außerirdische kamen dabei eher nicht vor.

Gavin Smith beschäftigt sich in seinem Debüt-Roman mit dieser Thematik. Der Brite lebt derzeit in Leicester und hat einen Abschluss in "Schreiben für den Film" und einen Master in Mittelalterlicher Geschichte. Zu seinen Hobbys gehören das Reisen, Tauchen und Ausüben der Kampfkunst Silat.

Vor mehr als 60 Jahren überfielen SIE die menschlichen Kolonien. Und seit dieser Zeit befindet sich die Menschheit im Kampf gegen diese Außerirdischen, wenn auch eher erfolglos. Dieser Krieg hat die Bewohner der Erde geprägt, denn sie müssen mit den Veteranen jenes Konflikts umgehen. Zu letzteren gehört auch Jakob Douglas, der unehrenhaft entlassen sein Dasein mehr schlecht als recht fristet. Er lebt von einem Tag in den anderen, immer auf der Suche nach genügend Geld, um sich Drogen zu kaufen. Bis er reaktiviert wird. Denn es itst einem von IHNEN gelungen auf die Erde zu gelangen. Und nun soll er dieses Wesen ausschalten.

Doch schnell entwickeln sich die Dinge anders als geplant. Denn der Außerirdische kommt als Botschafter des Friedens, ist jedoch auf Grund seiner unsanften Landung dem Tode nahe. Es gelingt ihm noch einen Teil seiner Mission der jungen Hure Morag zu übermitteln, ehe er dann stirbt. Und ab diesem Moment entschließt sich Jakob nicht mehr dem Missionsziel zu folgen, sondern dem Mädchen zu helfen. Gejagt von dem Militär suchen sie nach einer Möglichkeit, die Mission des Aliens zu einem Abschluss zu bringen und gleichzeitig den korrupten Machthabern das Handwerk zu legen.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Jakob Douglas erzählt, eine Person, die auf der Suche nach der nächsten Ablenkung ist, um ja nicht in die Versuchung zu kommen über seine Vergangenheit nachzudenken. Gavin Smith schreibt ihn als jemanden, der jede Menge Narben auf seiner Seele hat, was durch die immer wieder eingestreuten Rückblenden näher erklärt wird. Er durfte miterleben, wie SIE seine gesamte Einheit auslöschen und die Politik versuchte, die Veteranen elegant aus dem Weg zu räumen. So etwas prägt einen, und es verwundert dann auch nicht, als er die geringe Hoffnung, die ihm der Botschafter und das Mädchen Morag anbieten, sofort ergreift, auch wenn er seine Vorbehalte gegenüber den Außerirdische nie richtig ablegen kann.

Was daraufhin folgt kann man nur als eine Tour de Force bezeichnen, in der der ehemalige Soldat mehr als einmal dem Tode nahe kommt und starken körperlichen Schaden davonträgt. In dieser Hinsicht übertreibt es der Autor ein wenig. Es wirkt schon fast wie ein Running Gag, dass bei jeder neuen Lokalität der Veteran erst einmal fast zu Grunde geht, ehe die Handlung fortgesetzt wird. Nur das Humor in diesem Buch eher fehl am Platze ist.

Denn Gavin Smith beschreibt eine rohe und äußerst brutale Welt, in der das Recht des Stärkeren gilt. Hier fließt das Blut in Strömen und wenn Jakob mit einem ausgerissenen Cyber-Arm verprügelt wird, ist dies noch harmlos. Und doch passt diese gnadenlose Darstellung in die Realität von "Der Veteran", in der die Soldaten als unbequemes Stückgut angesehen werden.

Gleichzeitig durchzieht auch eine ungeheure Religiosität das Buch, allerdings nicht so, wie man es sich normalerweise unter diesem Begriff vorstellt. Stattdessen planen Morag, die schon recht bald zu einer sehr guten Hackerin geworden ist, und ihr Kollege, der allgemein als "Der Heide" genannt wird, Gott in der virtuellen Realität zu erschaffen. Was eigentlich absolut hanebüchen klingt, wird aber absolut logisch erklärt.

Was man bei diesem Buch am meisten bemängeln muss ist, dass sämtliche Nebenfiguren eher spärlich charakterisiert werden. Sie definieren sich hauptsächlich über Äußerlichkeiten, wie der schweigsame Rannu, oder Balor, der wie eine mythische Kreatur aussieht. Wie es in ihrem Inneren ist, was sie exakt definiert und antreibt, wird nur angedeutet, aber nie ausführlich beschrieben.

Dennoch ist "Der Veteran" ein Buch für jeden "Cyberpunk"-Fan, perfekt zum Reinschauen geeignet.



Fazit:

Gavin Smiths Debüt-Roman "Der Veteran" ist ein guter "Cyberpunk"-Roman, der in einer äußerst brutalen Welt spielt. Der Krieg gegen SIE wird sehr gut rübergebracht, so dass die Möglichkeit des Friedens umso verlockender klingt. Doch der Weg bis dahin ist äußerst steinig, und hat so manche Tücken. So ist es zum Beispiel schade, dass Figuren wie Rannu oder Balor nur kurz angerissen werden, aber nicht näher charakterisiert werden. Trotzdem ist das Buch empfehlenswert.



Der Veteran - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Gavin Smith
Der Veteran
The Veteran

Übersetzer: Bernhard Kempen
Erscheinungsjahr: 14. Dezember 2010



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Blanvalet

Preis:
€ 9,99

ISBN:
978-3-442-26769-9

656 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Cyberpunk mit Aliens
  • Eine brutale Welt
Negativ aufgefallen
  • Nebenfiguren werden nicht näher charaktersiert
Die Bewertung unserer Leser für dieses Book
Bewertung:
2
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 05.05.2011
Kategorie: Science Fiction
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