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Der widerspenstige Planet

Story:

Was essen Greifen gerne? Wieso ist ein lebendiges Schiff an uns Menschen interessiert? Wieso scheitern Invasoren auf der Erde? Und wie gehen Spione miteinander um, wenn bekannt ist, dass sie eigentlich undercover sind? Und wie wird in Zukunft das Leben nach dem Tod aussehen?



Meinung:

Im Rahmen der "Meisterwerke der Science Fiction"-Reihe bringt der Heyne-Verlag nun einen Band heraus, der sich auf Robert Sheckley konzentriert. Der 2005 verstorbene Autor hatte sich einen Ruf als Schreiber von humorvollen Geschichten gemacht. Und einige seiner Erzählungen wurden sogar verfilmt. Hierzulande dürfte sicherlich "Das Millionenspiel" am bekanntesten sein, welches auf der gleichnamigen Kurzgeschichte basiert.

Man muss sich etwas über die Selektion wundern, die der Heyne-Verlag getroffen hat. Anstatt Werke zu nehmen, die wirklich die ganze Zeitspanne des Schaffens von Herrn Sheckley abdeckt, konzentriert sich die Auswahl hauptsächlich auf die Jahre 1953 bis '58. 13 der insgesamt 16 Geschichten stammen aus jenen Jahren, während die letzten drei in den 70ern geschrieben wurden. Es kann nicht daran liegen, dass der Autor zwischen diesen Zeiträumen eine Pause eingelegt hat. Stattdessen war er bis kurz vor seinem Tod immer noch schriftstellerisch aktiv.

Auf jeden Fall wird deutlich, was den Autor Sheckley auszeichnet. Es ist sein Humor und seine Gabe, Dinge zu schildern, die eigentlich unglaubwürdig sind. Besonders die Geschichte "Das siebte Opfer", welche ebenfalls verfilmt wurde, macht dies deutlich. In ihr wird eine Gesellschaft dargestellt, in der das Morden von Menschen alltäglich geworden ist. Je mehr Personen man umgebracht hat, desto angesehener ist man. Die Gründe, die zu dieser Entwicklung geführt haben, werden von dem Schriftsteller äußerst glaubwürdig präsentiert.

Vielleicht am stärksten sind die Geschichten "Das Millionenspiel" und "Pas de Troi". Während bei ersterem das Konzept des Reality-TVs auf erschreckende Art und Weise vorweg genommen wird, ist es bei der zweiten Geschichte die unterschiedliche Wahrnehmung der Realität, die sie so besonders gut macht. Geschildert wird ein Ereignis aus drei verschiedenen Perspektiven. Während bestimmte Eckpunkte gleich sind, unterscheiden sich bestimmte Handlungen deutlich voneinander. Doch was ist wirklich passiert, und was war nur Einbildung? Eine eindeutige Antwort kann und darf man nicht erwarten.

Das Prunkstück der Sammlung soll wohl "Die Jenseits-Corporation" sein. Hierbei handelt es sich um den einzigen Buch-Nachdruck. Erzählt wird die Geschichte von Thomas Blaine, der nach einem Autounfall in die Zukunft geholt wird und dessen Seele in einen neuen Körper verpflanzt wird. Die sich daraus ergebenden Entwicklungen und die Bemühungen des Protagonisten, sich in einer ihm vollkommen fremden Zeit, in der das Sterben seine Bedeutung verloren hat, zurecht zu finden, sind durchaus interessant zu lesen. Doch letzten Endes vermag die Geschichte sich nicht gegenüber den erstklassigen Kurzgeschichten durchzusetzen.

Das vielleicht größte Manko, welches diese Sammlung hat, ist, dass die Enden vieler Kurzgeschichten sehr vorhersehbar sind. Besonders bei den frühen Erzählungen geht der Autor nicht gerade sehr subtil vor, sondern agiert eher nach dem Holzhammer-Prinzip. Besonders bei "Fütterungszeit" und "Das siebte Opfer" fällt dies besonders drastisch auf. Und so etwas wirkt sich natürlich auf das Endergebnis aus, welches eher ernüchternd auffällt.



Fazit:

Die Geschichtensammlung "Der widerspenstige Planet", von Robert Sheckley, vermag nicht vollends zu überzeugen. Es gibt sehr starke Stories, wie beispielsweise "Das Millionenspiel", die wirklich ein Genuss zu lesen sind. Aber auch Erzählungen wie "Die Jenseits-Corporation" können überzeugen. Doch was am Ende in Erinnerung bleibt, sind die stark vorhersehbaren Enden, besonders der frühen Kurzgeschichten des Autors. Ebenso irritiert auch die Entscheidung Heynes, sich hauptsächlich auf die Publikationen aus den Jahren 1953 bis 58 zu konzentrieren. Science-Fiction-Fans können einen Blick riskieren, doch ein Pflicht-Kauf ist die Sammlung definitiv nicht!



Der widerspenstige Planet - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Robert Sheckley
Der widerspenstige Planet
Übersetzer: Ulrich Thiele u. a.
Erscheinungsjahr: 2. November 2009



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Heyne Verlag

Preis:
€ 10,95

ISBN:
978-3-453-52562-7

704 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Starke Geschichten wie "Das Millionenspiel"
  • Humor und unglaubwürdige Dinge, die glaubwürdig dargestellt werden
Negativ aufgefallen
  • Wieso werden hauptsächlich nur Geschichten aus den Jahren 1953 bis 58 veröffentlicht
  • Manche Erzählungen sind arg vorhersehbar
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Rezension vom: 25.01.2011
Kategorie: Science Fiction
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