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Grundlagen des populären Films: Filmwissen Western

Story:
Der Western. In kaum einem anderen Genre war die amerikanische Filmindustrie so stark und wenige Film-Gattungen konnten derartige Optiken und spezifische formale Eigenschaften nachhaltig etablieren, wie die Cowboy- und Indianerfilme, die aus der bleihaltigen Zeit des Wilden Westens erzählen. Der Filmkritiker und Kulturjournalist Georg Seeßlen beschreibt in seinem Buch "Grundlagen des populären Films: Filmwissen Western" alles Wissenswerte zum Thema: Das Spektrum reicht von den Anfängen in den Tagen des Stummfilms bis zur Hochzeit zwischen den 50er - 70er Jahren sowie der heutigen Ära des Spät- bzw. Neowesterns. Auch satirische Varianten oder moderne Crossover-Erscheinungen lässt der Autor nicht aus.


Meinung:
Georg Seeßlen schafft mit seinem Buch "Grundlagen des populären Films: Filmwissen Western" Beachtliches: Er nimmt sich diesem breiten Feld an, analysiert es und bringt in einem jederzeit gut leserlichen Schreibstil die enorme Anzahl der Fakten auf den Punkt. Dazu gehören für ihn auch Kontexte, die weniger dem Filmbereich zuzuordnen, sondern im Fachgebiet der Historiker zu finden sind. Auf diese Weise kann der Leser die "reale" Vorgeschichte kennen lernen, die oftmals in den Handlungssträngen der Streifen eine wichtige Rolle spielt, bzw. die Entstehung der Genre-Eigenschaften einflussreich mitbestimmte.

Nachdem auf den ersten 18 Seiten historische Informationen über die USA und ihre (Gründungs-)Geschichte gegeben werden, steigt der Autor schnell in das Thema ein. Seeßlen erklärt die Anfänge und geht auf die frühen Werke der Stummfilmzeit ein, die als erste Western klassifiziert werden können. Sein umfassendes Wissen ist ein Erfolgsgarant dieses Buches, denn er weiß nahezu jederzeit ein filmisches Beispiel zu reichen, was den sowieso schon unterhaltsamen Text mit anschaulichen Informationen anreichert. Dieser enorme Informationsgrad basiert zudem auf der Einbeziehung relevanter historischer Entwicklungen innerhalb der Filmwirtschaft, die sowohl Hollywood als auch die Filme nachdrücklich beeinflussten.

Seeßlen beschreibt in den folgenden Kapiteln sowohl Genre-Techniken als auch inhaltliche Strukturen und Variationen der Western-Filme und deren rapide Entwicklung im Lauf der Jahre. In Dekaden eingeteilt, orientiert sich der Aufbau des Buches an den relevanten Dreh- und Angelpunkten der Filmgeschichte. Auch die Herausstellung wichtiger Persönlichkeiten (John Ford, John Wayne etc.) lässt der Autor nicht außen vor. Die Stärke des Buches liegt eben in dieser umfassenden Betrachtungsweise, die nahezu alle nennenswerten Elemente aufzählt und erklärt, die zum Verständnis des Western-Mythos nützlich sind. Seitenblicke auf Produktionen aus anderen Ländern sind ebenfalls Teil des Textes.

Neben dem Teil über den klassischen Western entwickelt Seeßlen eine detaillierte Betrachtung der neueren Ära, die durch Vermischung und Genre-Mixes das klassisch Vorhandene variiert und so Neues schafft. Sehr interessant sind die Beobachtungen zu Crossover-Vorkommnissen wie dem Western-Horror oder der komödiantischen Aufarbeitung diverser Motive als Parodien. Das Buch lässt keine Entwicklung unerwähnt und stellt sich im Laufe des Lesens als sehr aufwendig recherchierter Wissensbrunnen heraus. Klassiker und nahezu unbekannte Werke sind dem Autor nicht fremd, so dass der Leser den ein oder anderen ungesehen Schatz als Sichtungsempfehlung durch die Lektüre verbuchen kann.

Der 1948 in München geborene Autor blickt auf dem Gebiet der Filmkritik auf ein reichhaltiges Schaffen zurück. Besonders im Hinblick auf die in seinen Texten ausführlich beschrieben Bezüge und Wechselwirkungen fachlicher Tatsachen mit historischen, politischen oder gesellschaftlichen Gegebenheiten, sind Seeßlens Texte umfassend und genau verfasst. Neben seiner Mitarbeit bei Magazinen und Zeitungen schreibt er Fachbücher, die sich fachlich grundiert mit dem Unterhaltungssektor auseinander setzten und nicht selten den kulturwissenschaftlichen Sektor mit einbeziehen, den viele anderen Autoren ausblenden.

Fazit:
"Grundlagen des populären Films: Filmwissen Western" bietet viele Information und umfangreiches Wissen aus dem Bereich des Westernfilms, besticht vor allem durch seine umfassenden Beobachtungen des "Drumherum". Seeßlen arbeitet akribisch und genau, so das selbst für hartgesottene Westernkenner ein Kauf Sinn macht. Alle anderen Filminteressierten werden sich an den textintensiven grundierten Beobachtungen erfreuen und durch die Lektüre vieles aus der Welt des Westerns erfahren oder kennen lernen. Das 292 lektüreintensive Seiten starke Buch ist im Schüren Verlag erschienen und für jeden Westernfreund aber auch interessierte Neueinsteiger und Filminteressierte eine "Pflichtlektüre".

Grundlagen des populären Films: Filmwissen Western - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Georg Seeßlen
Grundlagen des populären Films: Filmwissen Western
Erscheinungsjahr: Oktober 2010



Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Verlag:
Schüren Verlag

Preis:
€ 19,90

ISBN:
3894727004

292 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Umfassende Betrachtung
  • Genau recherchiert
  • Umfangreicher Text
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 23.01.2011
Kategorie: Film, Musik & Medien
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