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Vom Manuskript zum Buch im Handel
Fertige Bücher gibt es auf der Buchmesse in Hülle und Fülle zu bewundern. Aber was passiert vorher? Am Stand des Verlag-Karrees Rheinland-Pfalz berichten ein Verleger, ein Autor und ein Lektor darüber, wie aus einem Manuskript ein fertiges Buch wird.

Wenn ein Autor sein Manuskript an den Verlag schickt, reicht der es üblicherweise an einen Lektor weiter. Der Lektor korrigiert Rechtschreibfehler und Grammatik, aber auch inhaltliche Fehler von falschen Namen über historische Details bis zu unlogischem Storyaufbau. Dabei hat er den Vorteil, dass er - im Gegensatz zum Autor - eine gewisse Distanz zum Manuskript hat. Damit können sie auch erkennen, was vielleicht für den Autor interessant ist, aber kaum für den Leser. Lektoren sind gewissermaßen "Geburtshelfer" eines Buches, weil sie dem Manuskript handwerklich den letzten Schliff geben und so eine Veröffentlichung oft erst ermöglichen.

Dabei können Lektoren auch einmal irren. Der Legende nach schickte eine Frau einmal ein handgeschriebenes Manuskript an einen Verlag. Der Lektor des Verlages lehnte das Manuskript ab, schenkte der Frau aber aus Mitleid eine Schreibmaschine. Darauf tippte sie ihren Text ab und schickte ihn an einen anderen Verlag. Der brachte das Buch dann auf den Markt. Der Titel des Buches war übrigens "Vom Winde verweht"... Es kommt auch vor, dass Autoren Änderungen des Lektors an ihrem Manuskript nicht akzeptieren. Solche Bücher, da ist sich die Runde einig, werden in den meisten Fällen Flops.

Manchmal wird der Tipp gegeben, ein Manuskript vor dem Einschicken an einen Verlag auf eigene Kosten lektorieren zu lassen. Davon rät die Runde aber ab, weil der Verlag in der Regel in jedem Fall das Manuskript an einen Lektor weiterreichen wird. Der Autor hätte also völlig umsonst Geld ausgegeben. Einen Tipp geben die Podiumsteilnehmer den hoffnungsvollen Jungautoren im Publikum noch mit auf den Weg: Gebt Euer Werk der besten Freundin. Wenn die nach einem Tag anruft und Euch für Euer schriftstellerisches Talent lobt, werft den Text in die Tonne. In einem Tag kann niemand ein längeres Manuskript sorgfältig lesen. Außerdem ist eine Kritik, ohne dass man wenigstens eine Kleinigkeit auszusetzen hätte, in der Regel ohnehin nur Lobhudelei.


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Bericht vom: 04.10.2006 - 22:46
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Henning Kockerbeck
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